Freitag, 5. August 2022

Konflikt mit Taiwan eskaliert: Chinas Kriegsschiffe dringen in Seegrenze ein

Das chinesische Militär hat nach Angaben des taiwanischen Militärs am zweiten Tag seiner Militärmanöver mehrfach die inoffizielle Seegrenze zwischen China und Taiwan überschritten. „Mehrere chinesische Kampfflugzeuge und Kriegsschiffe“ hätten bereits am Vormittag (Ortszeit) die Mittellinie in der Taiwanstraße überquert, erklärte das Verteidigungsministerium in Taipeh am Freitag.

Die Fregatte Ning Yang (FFG-938) der taiwanesischen Marine in einem Hafen in Keelung, Taiwan. Nach einem Besuch der Sprecherin des US-Repräsentantenhauses Pelosi in Taiwan begann das chinesische Militär mit einer Reihe von Schießübungen in 6 Seegebieten rund um Taiwans Hauptinsel. - Foto: © ANSA / RITCHIE B. TONGO

Das taiwanische Verteidigungsministerium nannte die Manöver am Freitag einen „höchst provokativen Akt“. Die Mittellinie der Taiwanstraße ist eine inoffizielle, aber weitgehend eingehaltene Grenze in der Mitte der Taiwanstraße, die China und Taiwan trennt. Bereits am Mittwoch und Donnerstag hatte China Taipeh zufolge 49-mal die Mittellinie überquert. Die Taiwanstraße ist eine der wichtigsten Schiffsrouten der Welt.

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Taiwans Premierminister Su Tseng-chang verurteilte die Manöver mit scharfen Worten. Die Regierung in Taipeh habe nicht erwartet, „dass der boshafte Nachbar eine Machtdemonstration vor unserer Haustür abhalten und willkürlich die meistbefahrenen Seerouten der Welt mit Militärübungen aufs Spiel setzen würde“, sagte Su vor Journalisten.

„Diese Manöver sind unverantwortlich“

Als „unverantwortlich“ hatte Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen die chinesischen Manöver bezeichnet. In einer Videoansprache am späten Donnerstagabend forderte die Präsidentin die chinesische Führung zur Vernunft und Zurückhaltung auf. Taiwan werde die Spannungen nicht eskalieren, sondern wolle den Status quo bewahren. Die taiwanesische Regierung arbeite daran, den Betrieb der taiwanischen Häfen und Flughäfen reibungslos zu gestalten und die Finanzmärkte zu stabilisieren, sagte Tsai Ing-wen. Die Präsidentin dankte der Gruppe der sieben führenden Industrienationen (G7) zusammen mit der Europäischen Union für deren Unterstützung.

G7 hat große Sorge geäußerst

Die G7 hatte ihre Sorge geäußert und betont, es gebe keinen Grund dafür, einen Besuch als Vorwand „für aggressive militärische Aktivitäten“ zu benutzen. Peking zitierte daraufhin am Donnerstag die Botschafter und Vertreter der EU-Länder ins Außenministerium sowie am Freitag den japanischen Botschafter. Das chinesische Außenministerium übergab ihnen einen formellen Protest gegen die G7-Erklärung.

China hatte Manöver als Reaktion auf US-Besuch in Taiwan gestartet

China hatte die Manöver am Dienstag als Reaktion auf die Visite der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, in Taiwan gestartet. Es war die ranghöchste Visite aus den USA seit einem Vierteljahrhundert. US-Außenminister Antony Blinken sagte am Freitag laut Reuters, es gebe „keine Rechtfertigung für das, was China nach dem Besuch von Pelosi getan“ habe. „Wir haben Peking aufgefordert, solche Aktionen einzustellen.“ Die USA würden „weiterhin Fahrten durch die Straße von Taiwan unternehmen: “Wir werden fliegen, segeln, fahren, wo immer es das internationale Recht erlaubt.„

apa

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