Beim Dreier-Landtag in Schwaz wurden am Dienstag u.a. zwei Leitanträge debattiert, die von den drei Landtagspräsidenten Herwig van Staa (Bundesland Tirol), Thomas Widmann (Südtirol) und Bruno Dorigatti (Trentino) gemeinsam eingebracht wurden.Der eine betraf konkrete Aufträge an die jeweiligen Landesregierungen im Hinblick auf die von der EU-Kommission in Ausarbeitung befindliche makroregionale Alpenraumstrategie.Der andere hatte eine Änderung der Geschäftsordnung des Dreier-Landtages zum Inhalt, mit der zukünftig eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem EVTZ (Europäischer Verbund für territoriale Zusammenarbeit) Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino möglich gemacht werden soll.Das Gemeinsame steht im Vordergrund„Bei allen beschlossenen Anträgen wurden gemeinsame Anliegen der drei Länder berücksichtigt, und es steht das Gemeinsame im Vordergrund", betonte Tirols Landtagspräsident Herwig van Staa bei einer Pressekonferenz am Rande der Sitzung des Dreier-Landtages.„Und gerade mit den beiden Leitanträgen zur Makroregion Alpenraum und zur vertieften Einbindung des EVTZ Tirol-Südtirol-Trentino in die Arbeit des Dreier-Landtages werden weitere, konkrete Schritte der Zusammenarbeit gesetzt."Zusammenarbeit in Krisenzeiten wichtigDer Trentiner Landtagspräsident Bruno Dorigatti bedankte sich bei der Gastgeberstadt Schwaz für den herzlichen Empfang und unterstrich, wie wichtig eine gute Zusammenarbeit der drei Regionen in Zeiten einer finanziellen Krise sei.Hier könne der Dreier-Landtag mit Themen, wie sie heute behandelt würden, und die auch die gesamte Bevölkerung betreffen, ein positives Signal setzen.In durchaus heiklen Zeiten für die Autonomien und Regionen in Europa sei es außerdem wichtiger denn je, auf die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu setzen."Wir können uns in Europa behaupten"Thomas Widmann, Präsident des Südtiroler Landtages, sah eine zunehmende Gefahr durch Zentralisierungstendenzen in einigen europäischen Staaten, gerade auch in Italien.Mit dem EVTZ Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino könne dem entgegengewirkt werden. „Probleme löst man in Europa leichter in einer Region als in einem Staat. Mit der Europaregion und der Makroregion können wir Probleme lösen und uns in Europa behaupten", sagte Widmann.In Anspielung auf jüngste Stimmen aus Rom ergänzte er: "Man braucht sich nur fragen, wer in Europa leichter schwierige Situationen übersteht: zentralistische Staaten wie Italien, wo eine Ministerin die Autonomien für Relikte hält, oder föderalistische Staaten wie Österreich und Deutschland?"