Samstag, 22. Februar 2020

Konservative führen bei Wahlen im Iran

Nach der Parlamentswahl im Iran liegen die Konservativen ersten Ergebnissen zufolge in Führung. Laut einer am Samstag von der Nachrichtenagentur Fars veröffentlichten inoffiziellen Auszählung standen die Gewinner von 183 der insgesamt 290 Parlamentssitze bereits fest. Demnach gehen 135 Sitze an konservative Kandidaten, 20 an Reformer und 28 an unabhängige Kandidaten.

Die Wahlbeteiligung war niedrig.
Die Wahlbeteiligung war niedrig. - Foto: © APA (AFP) / ATTA KENARE
Bis zum Vormittag waren rund eine Million Stimmzettel in 41 Wahlkreisen ausgezählt, wie das Nationale Wahlkomitee und die halbamtliche Nachrichtenagentur Isna am Samstag mitteilten. Die Auszählung in 167 Wahlkreisen stand noch aus, darunter größere Provinzen wie Teheran und Fars, wie ein Sprecher des Wahlkomitees mitteilte.

„Wir werden versuchen, die endgültigen Zahlen heute zu veröffentlichen, und wenn das zu lange dauert, morgen“, sagte Esmail Moussawi im staatlichen Fernsehen. Den Konservativen und den Ultrakonservativen nahestehende Nachrichtenagenturen hatten einen Erdrutschsieg für deren Kandidaten vorausgesagt.

Schließung der Wahllokale um 6 Stunden verschoben

Die Wahlbeteiligung lag laut Fars am Freitag um 15.30 Uhr MEZ landesweit bei rund 40 Prozent und in der Hauptstadt Teheran bei 30 Prozent. Die Behörden verschoben jedoch die Schließung der Wahllokale um 6 Stunden.

Vor der Wahl war eine geringe Beteiligung erwartet worden. Besonders viele junge Anhänger des moderaten Lagers wollten aus Enttäuschung über die politische Führung gar nicht erst zur Abstimmung gehen.

Es war die erste Parlamentswahl im Iran seit der Aufkündigung des Atomabkommens durch die USA im Mai 2018, für das sich Präsident Hassan Rouhani eingesetzt hatte. Rouhani war 2017 mit dem Versprechen wiedergewählt worden, für mehr Freiheiten und den Austausch mit dem Westen einzutreten.

Der konservative Wächterrat hatte mehr als die Hälfte der rund 16.000 Kandidaten für die 290 Parlamentssitze nicht zur Abstimmung zugelassen, darunter vor allem die moderaten Kräfte um Rouhani. Die Bevölkerung macht den Staatschef für die schlechte Wirtschaftslage verantwortlich. Das Land leidet massiv unter den US-Sanktionen.

apa

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