Und ob die breite Unterstützung für Kamala Harris von prominenten Republikanern wie dem Ex-Vize-Präsidenten Dick Cheney bis hin zu US-Superstar Taylor Swift reicht, wird sich erst zeigen. <b>von Günther Rautz</b><BR /><BR />Trump schafft es bei den Themen Einwanderung und Wirtschaft zu punkten, versucht aber ansonsten Harris aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit in Misskredit zu bringen. Ihre afro-amerikanischen und indisch-jamaikanischen Wurzeln stehen im Zentrum von Donald Trumps Wahlkampfrhetorik, wenn er Harris unterstellt, dass sie sich ihre afro-asiatische Herkunft nur aus wahltaktischen Gründen angeeignet hätte.<BR /><BR />Mit Sätzen wie „Also ich weiß es nicht: Ist sie indisch oder ist sie schwarz?“ oder „Ich habe nicht gewusst, dass sie schwarz ist – bis vor ein paar Jahren, als sie einfach so schwarz wurde“ spricht Trump weniger seine republikanischen weißen Stammwähler an; vielmehr will er konservative Schwarze, Latein-Amerikaner oder Asiaten für sich gewinnen.<BR /><BR />So ist es hinlänglich bekannt, dass Exilkubaner zum Großteil republikanisch wählen und auch hohe Funktionen innerhalb der republikanischen Partei innehaben. Vor allem unter den Präsidenten Ronald Reagan, aber auch Georg Bush Vater und später unter dessen Sohn nahmen Exilkubaner wichtige Regierungsämter ein.<h3> Was im November noch gewählt wird...</h3>Im November wird aber nicht nur der Präsident gewählt, sondern das gesamte Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats, wo schwarze Abgeordnete mit 13 Prozent im Verhältnis zur Bevölkerung knapp überdurchschnittlich vertreten sind. Und wo Kamala Harris die zweite schwarze Senatorin in der Geschichte der USA war. Eine Politikerfahrung, die sie als Vizepräsidentin von Joe Biden nicht ausspielen und kaum in Erscheinung treten konnte.<BR /><BR />Zugute kommt Harris dagegen ihre juristische Karriere als Generalstaatsanwältin im Bundesstaat Kalifornien. In dieser Funktion trat sie für striktere Waffengesetze, härtere Strafen und Resozialisierungsprogramme, aber auch für die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen ein. <BR /><BR />Gerade bei Themen wie Frauenrechte, Abtreibung und Schutz von Minderheiten spricht Harris viele Menschen an, von intellektuellen und gut situierten Akademikern bis hin zu sozial ärmeren Schichten und da vor allem auch Frauen. Bei diesen und bei den schwarzen Nichtwählern versucht Harris zu punkten. Denn für all diese ist sie eine Hoffnungsträgerin, die absolut das Potenzial hat, Donald Trump zu schlagen und tatsächlich als erste afro-asiatische Frau Präsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika zu werden.<BR /><BR />Wahlentscheidend werden aber nicht Frauen, Schwarze oder Latinos sein, sondern die frustrierten Arbeiter im Rostgürtel, der ehemals größten Industrieregion im Nordosten der USA. Dazu gehört auch Pennsylvania, wo die Wahldebatte zwischen Trump und Harris wohl nicht ganz zufällig stattfand.<BR /><BR />Die vormals demokratischen Hochburgen sind inzwischen „Swing States“ – also Wackelstaaten, die sowohl von Trump als auch von Harris besonders umkämpft sind. Und die das Zünglein an der Waage sein werden, wer in den nächsten Jahren die Weltpolitik entscheidend gestalten wird.