Die Tagessätze in Südtirols Seniorenwohnheimen sorgen für Kritik. Der Verbraucherschutzverein Robin warnt vor einer Entwicklung, „die Pflege für viele Betroffene und ihre Familien zur erheblichen finanziellen Belastung mache“. Besonders kritisch sieht der Verein die Rolle der öffentlichen Hand, die nach seiner Einschätzung selbst zur Verteuerung beiträgt.<h3> Beispiel Brixen</h3>„Wie deutlich die Kosten gestiegen sind, zeigt das Bürgerheim ,ÖBPB zum Hl. Geist„ in Brixen. Dort erhöhte sich der Tagessatz für ein Einzelzimmer innerhalb von zwei Jahren von 62,73 Euro (2024) auf 77,90 Euro (2026). Das entspricht einem Anstieg von rund 24 Prozent“, heißt es in einer Aussendung von Robin.<BR /><BR />Für Bewohner und ihre Familien bedeute das „spürbare Mehrkosten“: Allein für die Jahre 2025 und 2026 summieren sich diese laut Verein auf über 9.500 Euro. „Ein wesentlicher Teil der Erhöhung entfällt laut Heimleitung auf Gehaltsanpassungen – rund sieben Euro pro Tag und Platz.“<BR /><BR />Auffällig sei laut Verbraucherschutzverein, dass die Steigerungen der Heimtarife deutlich über der allgemeinen Inflation liegten. Während diese in Südtirol zwischen Anfang 2024 und Februar 2026 rund vier Prozent betrug, „entwickelten sich die Pflegekosten wesentlich dynamischer“.<BR /><BR />Für Robin sei das ein strukturelles Problem: Die Preisentwicklung setze private Haushalte zunehmend unter Druck und könne langfristig auch wirtschaftliche Auswirkungen haben.