Dienstag, 01. Dezember 2020

Kraftwerk Kardaun: 10,3 Millionen Euro für Umweltmaßnahmen

Die Landesregierung hat am Dienstag den Umweltplan 2020-2022 für das Kraftwerk Kardaun genehmigt. Darin enthalten ist auch eine Teilfinanzierung der Lärmschutzwände in Blumau.

Für den Zeitraum 2020 bis 2022 belaufen sich die Umweltgelder des Kraftwerks Kardaun auf 10,3 Millionen Euro.
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Für den Zeitraum 2020 bis 2022 belaufen sich die Umweltgelder des Kraftwerks Kardaun auf 10,3 Millionen Euro. - Foto: © Alperia/Helmuth Rier
Für die gesamte Konzessionsdauer ist der Konzessionsinhaber des Wasserkraftwerks Kardaun, Alperia Greenpower Gmbh, verpflichtet, einen Betrag von 103 Millionen Euro für Maßnahmen zur Verbesserung und Sanierung der Umwelt und der Landschaft der Ufergemeinden zur Verfügung zu stellen. Für den Zeitraum 2020 bis 2022 belaufen sich diese so genannten Umweltgelder auf 10,3 Millionen Euro.

Auf Vorschlag von Umwelt- und Energielandesrat Giuliano Vettorato hat die Landesregierung heute (1. Dezember) den Umweltplan 2020-2022 des Kraftwerks genehmigt. Darin ist vorgesehen, dass der Konzessionsinhaber Maßnahmen in der Höhe von 1.495.000 Euro direkt umsetzt. Dem Land Südtirol stehen Umweltgelder in der Höhe von 2.935.000 Euro zu, während auf die Ufergemeinden insgesamt 5.870.000 Euro entfallen.

Lärmschutzwände in Blumau

Wegen deutlicher Überschreitungen des Lärmgrenzwertes längs der Brennereisenbahn plant die Gemeinde Karneid, zum Schutz der Bevölkerung in der Ortschaft Blumau Lärmschutzwände zu errichten. Diese sind auch im Sanierungsplan des staatlichen Schienennetzbetreibers RFI vorgesehen, bis heute wurden aber lediglich die ersten vier Jahre (2004-2008) finanziert.

Aus diesem Grund wird das Land Südtirol mit einem Teilbetrag in der Höhe von 850.000 Euro der ihm zustehenden Umweltgelder des Kraftwerks Kardaun die Lärmschutzwände in Blumau mitfinanzieren. Den Bau übernimmt die Südtiroler Transportstrukturen AG (STA), die damit auch die entsprechenden Umweltgelder verwaltet. Geregelt wird dies mit einem eigenen Abkommen zwischen Rete Ferroviaria Italiana (RFI), Land Südtirol und STA AG.

Die Gemeinde Karneid wird die ihr zustehenden Umweltgelder für verschiedene Maßnahmen im Bereich der Erneuerung der Trinkwasserleitungen und der unterirdischen Verlegung von Niederspannungsfreileitungen verwenden. Zudem beabsichtigt sie, das Gebäude der Mittelschule Blumau thermisch und akustisch zu sanieren und die Grundschule Kardaun energetisch zu sanieren sowie von der Radonbelastung zu befreien.

Ökologische Aufwertung des Eisacks und geognostische Untersuchung des Bozner Talkessels

Von dem ihm zustehenden Betrag an Umweltgeldern von 2.935.000 Euro stellt das Land Südtirol eine Million Euro den Gemeinden für die Umsetzung von Umweltmaßnahmen zur Verfügung. Neben der Errichtung von Lärmschutzwänden in Blumau werden die Mittel für den Generellen Entwässerungsplan und erste Maßnahmen in den Gemeinden Völs, Karneid und Bozen verwendet; die Gemeinde Ritten wird damit die Machbarkeitsstudie und die Projektierung der Kanalisierung Rotwand finanzieren.

Über die Agentur für Bevölkerungsschutz wird das Land Südtirol die ökologische Aufwertung des Eisacks in Bozen fortführen, die Sperren des Gummerbachs sanieren sowie Konsolidierungsarbeiten an weiteren Bächen durchführen. Über das Landesamt für Geologie wird die geognostische Untersuchung des Untergrundes des Bozner Talkessels erfolgen. Das Biologische Landeslabor wird die Sanierungsmaßnahmen am Völser Weiher mittels Phosphatbindung und Bepflanzung mit Armleuchteralgen (Characeen) fortsetzen. Über das Landesamt für Natur wird die Erhebung von Lebensräumen und Arten in den Gemeinden Karneid, Kastelruth, Völs durchgeführt.

Von Dachbegrünung über Verkehrsberuhigung bis energetische Sanierung

Die Gemeinde Bozen plant mit den ihr zugewiesenen Mitteln unter anderem, Dachbegrünungen auf verschiedenen öffentlichen Gebäuden zu schaffen sowie verschiedene Gartenanlagen und einen therapeutischen Garten beim Seniorenheim „Villa Europa“ zu errichten. Zudem wird sie für die Instandhaltung der historischen Wassermauer auf der Promenade und die Aufwertung des öffentlichen Grüns in der Stadt sorgen. Auch der Bau des neuen Kanals „Seeber“ für die Drainage des Regenwassers in Rentsch ist geplant.

Die Gemeinde Barbian beabsichtigt mit den ihr zur Verfügung stehenden Umweltgeldern, einen Recyclinghof zu errichten, Kanalisationsleitungen neu zu bauen und zu sanieren sowie eine Tiefgarage und einen Buswendeplatz zu bauen.

Die Gemeinde Waidbruck wird die Umweltgelder für die Realisierung einer Tiefgarage und einer Naherholungszone verwenden.

In die Erweiterung des Hauptsammlernetzes für einzelne Höfe in der Fraktion St. Vigil in Seis wird die Gemeinde Kastelruth die ihr zugewiesenen Umweltgelder investieren.

Die Gemeinde Völs am Schlern wird als Umweltmaßnahmen die unterirdische Verlegung von Freileitungen und die Errichtung von Stromkabinen, die energetische Sanierung von öffentlichen Gebäuden und die Umstellung der öffentlichen Beleuchtung auf LED finanzieren.

Die Gemeinde Ritten schließlich plant unter anderem die unterirdische Verlegung von Strom- und Telefonleitungen in Ober- und Unterinn, Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung im Dorfzentrum von Unterinn und Klobenstein sowie den Bau des Busbahnhofs Kaiserau in Klobenstein.

Auch der Bau und die Sanierung verschiedener Trinkwasser- und Trink-Löschwasserleitungen, die Sanierung der Kläranlagen Oberbozen, Oberinn und Wangen und die energetische Sanierung von Kindergärten, Grundschulen und Kulturhäusern in verschiedenen Fraktionen soll mit Umweltgeldern finanziert werden.

Schaukraftwerk in Kardaun

Mit den Umweltgeldern, die die Betreibergesellschaft des Kraftwerks Kardaun, Alperia Greenpower, für die Umsetzung eigener Umweltmaßnahmen einbehält, ist unter anderem die Realisierung eines Schaukraftwerks und der Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit im Kraftwerk Kardaun vorgesehen. Zudem wird sie in die Abdichtung des Rückgabebeckens zum Schutz des Grundwassers sowie in die hydraulische Parametrisierung der Wasserfassung Kollmann zur Datenbereitstellung investieren. Auch die Maßnahmen zur Stützung des Fischbestandes werden fortgesetzt.

lpa

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