Tamara Oberhofer zeigte sich am Mittwoch erstaunt von der Tatsache, dass man seit Neuestem einen kulturell verankerten Namen im "Ministero dello Sviluppo Economico – Ufficio Italiano Brevetti e Marchi" patentieren lassen könne."Kultur gehört doch schließlich allen und nicht nur einem Verein, der es sich durch solche Schritte erlaubt, über andere Vereine zu entscheiden."Die Ignoranz des italienischen Staates zeige sich in diesem Fall deutlicher denn je und beweise, dass man zum einen schlampige Kontrollen über die Rechtmäßigkeit von beantragten Patentierungen durchführe und zum anderen, dass man sich für die Minderheiten im Staat und ihre kulturellen Eigenheiten gar nicht interessiere.„Gerade jetzt in der Weihnachtszeit und um den 8. Dezember sind viele Italiener in Südtirol und ich bin mir sicher, dass eine Menge das südtiroltypische Krampustreiben kennen. Aus diesem Grund gibt es für mich, für eine derartige Ignoranz unserer Kultur gegenüber, keine Entschuldigung“ betont Oberhofer. „Es ist mir klar, worum es dem Verein geht: um den Schutz der Krampustradition in ihrer ursprünglichen Form, sprich das Treiben lediglich rund um den 5. Dezember. Alles andere wird von der Organisation als Negativbild für die Marke 'Krampus' empfunden. Ich gebe der Organisation in einem Punkt recht: Der Krampusbrauch hat sich eindeutig von seiner ursprünglichen Form entfernt. Während der Krampus früher lediglich als Begleiter des Hl. Nikolaus aufgetreten ist, um in dessen Auftrag, sündige Menschen wieder auf den richtigen Weg zu bringen, nimmt der Krampus heute sein Potential als Entertainer wahr. Bei Schauläufen, welche in Österreich schon eine lange Tradition haben, stellen die Vereinsmitglieder ihre teuren Holzmasken und Kostüme zur Schau und verpacken dies bei Krampusläufen in Shows. Auf der anderen Seite muss man aber auch Verständnis für die Krampusgruppen haben. Sie haben immer seltener die Möglichkeit, den Brauch zu praktizieren, denn am 6. Dezember, als Begleiter des Hl. Nikolaus, werden sie bei Hausbesuchen kaum noch geduldet, selbst ohne Masken. Was bleibt den Vereinen also noch, außer der Wandel des Brauchtums, welcher unabhängig von seinen guten und schlechten Seiten, nicht verloren gehen darf“, ist Oberhofer überzeugt.