„Es scheint derzeit einen de facto Aufnahmestopp zu geben“, weiß die Landtagsabgeordnete Maria Elisabeth Rieder aus zahlreichen Gesprächen. Der Grund: „Man hat wohl den Überblick über die Stellenpläne in der Sanität verloren“.<BR /><BR />Bekanntlich herrscht (nicht nur) in Südtirol ein Mangel an medizinischen Fachkräften. Gerade Krankenpflegekräfte werden eigentlich händeringend gesucht. „Mit großer Verwunderung haben wir erfahren, dass im Südtiroler Sanitätsbetrieb ein Aufnahmestopp bereits wirksam ist“, schreibt die Landtagsabgeordnete des Team K daher in einer Anfrage an den neuen Gesundheitslandesrat Dr. Hubert Messner. „Krankenpflegerinnen und Claudiana-Abgängerinnen, die bereits eine Zusage für eine Anstellung hatten oder sich um eine Stelle bewerben, wurden vom Betrieb auf unbestimmte Zeit vertröstet“, berichtet sie. Dabei handelt es sich nicht um den im technischen Haushalt des Sanitätsbetriebs theoretisch vorgesehenen Aufnahmestopp ab Mai, der bekanntlich nach der Verabschiedung der Haushaltsänderungen durch den Landtag hinfällig ist. Die Recherchen der Landtagsabgeordneten weisen vielmehr auf einen anderen Grund für den de facto Aufnahmestopp hin: „ Man hat wohl im Sanitätsbetrieb den Überblick über die Stellenpläne verloren.“<BR /> Laut ihren Informationen werden derzeit nur Stellen nachbesetzt, die aufgrund von Pensionierungen frei werden. Und somit werden derzeit anscheinend auch keine zusätzlichen Krankenpflegerinnen angestellt, „obwohl sie auf Abteilungen und in Diensten dringend benötigt würden“. Antworten und Erklärungen dazu erwartet sie sich nun vom Landesrat, an den sie eine entsprechende Anfrage gestellt hat. Darin will sie auch wissen, ob es stimmt, „dass in jüngster Vergangenheit zahlreiche Anstellungen durchgeführt wurden, ohne dass die dafür nötigen Stellenplanänderungen durchgeführt wurden“ sowie, ob es stimmt, „dass aus diesem Grund ein genauer Überblick über die freien Stellen fehlt bzw. keine freien Stellen zur Verfügung stehen“. Auch will sie wissen, ob es einen einzigen Stellenplan für den gesamten Sanitätsbetrieb gibt oder 4 einzelne in den Gesundheitsbezirken.<BR /><BR />Für Petra ist es jedenfalls ein Schlag ins Gesicht. Eine Anstellung ab 1. April war ihr zugesichert worden. Wie lange sie nun warten soll bzw. muss, weiß sie nicht. <BR /><BR />„Ein solcher Umgang mit Fachkräften, die wir wirklich dringend brauchen, ist katastrophal“, urteilt Rieder. Schließlich sei die Konkurrenz groß und damit auch die Gefahr, dass sich Petra und andere vertröstete medizinische Fachkräfte in der Zwischenzeit anderswo bewerben und angestellt werden. „Die sind für uns dann verloren“, befürchtet Rieder. Für den neuen Landesrat und seinen neu ernannten Generaldirektor Christian Kofler tun sich laut Rieder jedenfalls täglich mehr Baustellen auf. „Jetzt rächt es sich, „dass Landeshauptmann Arno Kompatscher als Gesundheitslandesrat das Gesundheitsressort sich selbst überlassen hat“, kritisiert Rieder.<BR /><BR />* Name von der Redaktion geändert<BR />