Bis in die Früh gab es keine offiziellen Berichte über Verstöße gegen diese Vereinbarung, die bis Montag laufen soll. Russland führt seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine seit mehr als vier Jahren.<BR /><BR />Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte dem russischen Staatsfernsehen vor Beginn der jährlich am 9. Mai angesetzten Parade zum Tage des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg: „Wir brauchen von niemandem eine Erlaubnis. Wehe dem, der versucht, sich über den Tag des Sieges lustig zu machen und solche dummen Witze zu reißen.“<BR /><BR />Selenskyj hatte am Freitag per Erlasse die russische Militärparade zum Tag des Sieges über Nazi-Deutschland in Moskau „erlaubt“. Zudem sicherte er zu, dass keine Waffen auf den Roten Platz gerichtet werden. „Ich ordne hiermit an: die Abhaltung einer Parade in der Stadt Moskau am 9. Mai 2026 zu gestatten.“ Der Rote Platz werde vom geplanten Einsatz ukrainischer Waffen ausgenommen. In dem Erlass „Über die Durchführung einer Parade in Moskau“ sind Koordinaten des Roten Platzes eingetragen, die von ukrainischen Angriffen verschont werden sollen.<BR /><BR />Peskow bezeichnete es als „großes Unglück“ für Selenskyj, dass er sich so verhalte. Der Tag des Sieges wird in weiten Teilen der früheren Sowjetunion als „Tag des Stolzes mit Tränen“ in den Augen gefeiert. Das Land hatte bei der Befreiung Europas von der Diktatur unter Adolf Hitler mehr als 27 Millionen Menschen verloren. „Wir brauchen keine Erlaubnis von irgendjemandem, um stolz auf unseren Tag des Sieges zu sein“, sagte Peskow.<BR /><BR />Nach massiven ukrainischen Drohnenangriffen in den vergangenen Tagen und Wochen hatte die russische Führung entschieden, die Parade in diesem Jahr ohne Militärtechnik durchzuziehen. Kremlchef Putin nimmt den Aufmarsch mit Tausenden Soldaten ab - und hält eine Rede. Die Sicherheitslage in Moskau wie in anderen Städten des Landes, wo es ebenfalls Siegesparaden gibt, ist extrem angespannt. Vielerorts gilt für die Bevölkerung eine Sperre des mobilen Internets. Die Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 in Berlin fiel in Moskau schon in die frühen Morgenstunden des 9. Mai. Deshalb begeht Russland immer zu diesem Datum den Tag des Sieges.<BR /><BR />Trump hatte erklärt, die Bitte zur Waffenruhe sei von ihm vorgebracht worden. Er sei Kremlchef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sehr dankbar, dass sie zugestimmt hätten, schrieb Trump. „Hoffentlich ist dies der Anfang vom Ende eines sehr langen, tödlichen und hart ausgetragenen Kriegs“. Die Gespräche für eine Beendigung des Kriegs - „des größten seit dem Zweiten Weltkrieg“ - gingen weiter. Jeden Tag käme man näher ans Ziel, sagte Trump. Tatsächlich mangelte es bei den Verhandlungen zuletzt an sichtbaren Fortschritten.<BR /><BR />Selenskyj bestätigte die Vereinbarung und dankte Trump für den diplomatischen Einsatz. Russland habe dem Gefangenenaustausch zugestimmt, schrieb er auf dem Portal X. „Ein Waffenruhe-Regime muss für die Tage 9., 10. und 11. Mai eingerichtet werden“, sagte er. Er habe sein Team angewiesen, alles dafür vorzubereiten. Die Ukraine wolle ihre Gefangenen nach Hause bringen.<BR /><BR />Auch der Kreml stimmte dem Vorschlag Trumps für eine dreitägige Waffenruhe und einem Gefangenenaustausch zu. Das sagte der außenpolitische Berater Putins, Juri Uschakow, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur TASS meldete. „Als wichtigstes wurde festgelegt, eine Waffenruhe vom 9. bis 11. Mai einzuhalten, einschließlich des Austausches von 1.000 Personen von jeder Seite“, sagte Uschakow. Die Vereinbarung sei in den jüngsten Telefonkontakten mit der US-Führung zustande gekommen. „Die US-Vertreter hatten ihrerseits Kontakt nach Kiew.“<BR /><BR />Nach Gesprächen in den USA erwartet Kiew in den nächsten Wochen Gesandte Trumps. Als Termin für den Besuch nannte Selenskyj die Zeitspanne bis zum Beginn des Sommers, derzeit liefen die Absprachen dazu, schrieb er in sozialen Medien.<BR /><BR />Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren gegen die von Russland betriebene Invasion. Zuletzt hatten die USA bei direkten Gesprächen zwischen Kiew und Moskau vermittelt. Die Verhandlungen lagen aber jüngst auf Eis, auch weil die USA durch den Iran-Krieg abgelenkt sind.