von Janos I.Szirtes<BR /><BR />Während Russland aus weiter Ferne, z. B. auch vom Kaspischen Meer die Ukraine beschießt und sich nicht an das Kriegsrecht, aber auch an keine humanitären Prinzipien hält und neben legitimen militärischen Zielen im großen Maßstab zivile Objekte wie Wohnhäuser, kommunale Versorgungsobjekte beschießt, durfte die Ukraine mit westlichen Mitteln Russland nicht angreifen.<BR /><BR />Es ist ein riesiger Vorteil für eine Seite, wenn ihre Vernichtungsobjekte, Kommandopunkte, vorbereitete Maßnahmen für den nächsten Angriff in Sicherheit sind. Zwar versuchte die Ukraine mit eigenen Mitteln tief im russischen Inland Angriffe durchzuführen, aber sie konnte diese weitreichenden Waffen wie Drohnen und Raketen nur in beschränkter Zahl herstellen. Andererseits wurden 70 Prozent dieser Waffen von der russischen Luftabwehr abgeschossen. Dennoch trafen sie damit Ziele, was der russischen Kriegsführung zwar Sorge machte, aber wenig am Lauf der Aggression änderte.<BR /><BR />Die nun erteilte Genehmigung wird kaum eine Änderung mit sich bringen. Vielleicht erleichtert es, die ukrainischen Linien in Kursk zu halten, mehr militärischen Vorteil wird es kaum bringen. Die Waffen, die man bislang der Ukraine zur Verfügung stellte, erreichen die russischen Ziele nicht mehr. Moskau hat nämlich nach erfolgreichen Schlägen gegen grenznahe Objekte diese tief in Russland zurückgezogen. Wenn die Ukraine keine weiterreichenden Waffen bekommt, ist die Wirkung der jetzigen Genehmigung eher beschränkt.<BR /><BR />Mit der Frage des Beschusses von Objekten tief im russischen Inland könnte man allerdings den Krieg beeinflussen. Sowohl von Trump als auch von dem wahrscheinlich nächsten deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) geäußerte Möglichkeit birgt dies in sich. <BR /><BR />Es geht darum, Kremlchef Wladimir Putin vor die Wahl zu stellen, entweder die Bombardements, mit denen er z. B. über die Hälfte der Energieversorgung der Ukraine zerstörte, zu beenden, oder Kiew bekommt weitreichende Waffen und Einsatzmöglichkeiten. Damit könnte man den Krieg sehr wohl beeinflussen.<BR /><BR />Wenn die Gefahr besteht, dass die russische Bevölkerung den Krieg auf dem eigenen Leib spürt, wird es für Putin gefährlich. Dies möchte er vermeiden. Ein Einlenken liegt im Bereich des Möglichen, zumal dies von der Bevölkerung gar nicht bemerkt werden könnte. Auch derzeit versucht der Kreml, die Verluste und Schäden möglichst zu verkleinern oder es ganz im Geheimen halten möchte. Mit der Lieferung und Benutzungsgenehmigung weitreichender Mittel wäre dies vorbei. <BR /><BR />Doch Trump und Merz kommen erst im nächsten Jahr zum Zuge, bis dahin versucht Putin „Realitäten“, sprich weitere Eroberungen, zu schaffen.