Brugger hatte die Aufhebung der Trennung der deutschen und italienischen Schule und die Änderung des Artikels 19 des Autonomiestatutes gefordert.„Der Artikel 19 des Autonomiestatutes garantiert den Unterricht in der Muttersprache. Unsere Vorfahren haben hart um die Absicherung der deutschen und ladinischen Sprache und Kultur gekämpft und wir sind nicht gewillt, auch nur einen Beistrich am Grundkonzept dieses Artikels zu ändern“, so das Forum Heimat in der Südtiroler Volkspartei.„Wir brauchen keine gemischte Schule, sondern einen effizienten Fremdsprachenunterricht, sowie die Stärkung der Muttersprache, damit die Südtiroler nicht den Anschluss an den deutschen Sprach-, Kultur- und Wirtschaftsraum verlieren.“Man lehne den Vorschlag Bruggers ab. „Dieser Vorschlag widerspricht dem Gründungsgedanken und dem Zweck der SVP als Vertretung der deutschen und ladinischen Volksgruppe. Der Vorschlag trägt höchstens dazu bei, die verunsicherten Wähler noch mehr zu verunsichern und die heimatpolitisch Denkenden aus der SVP zu vertreiben“, so Andreas Varesco, Jürgen Rella und Franzjosef Roner vom Forum Heimat.Süd-Tiroler Freiheit: Unterwürfigkeit und VerratDie Landtagsabgeordnete der Bewegung Süd-Tiroler Freiheit, Eva Klotz, sieht in Bruggers Vorschlag „einen Verrat an der Politik der Erhaltung der Tiroler Volksgruppe südlich des Brenners.“ Der neue Begriff „Minderheitenschule“ bedeute nichts anderes, „als dass die Südtiroler nur noch als Sprach-Minderheit eingestuft werden, der höchstens noch das Recht auf Gebrauch der Sprache und Kultur zustünde, nicht jedoch das Recht auf Selbstbestimmung. Die Südtiroler sind immer noch Mehrheit im Land, sie sind Teil des Tiroler Volkes“, so Klotz.Sie sehe in dieser Wende ein Zeichen der Unterwürfigkeit gegenüber dem PD und eine Vorschussleistung an den Francesco Palermo, der immer die „gemischte Schule“ verlangt habe.