Kuba leidet unter stundenlangen Stromausfällen und einer Treibstoffknappheit, die durch eine von Trump verhängte Ölblockade gegen die Karibikinsel verschärft wird. Seit der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro durch die USA im Jänner hat Kuba seinen wichtigsten ausländischen Unterstützer verloren. Trump stoppte die venezolanischen Öllieferungen und drohte, Zölle gegen jedes Land zu verhängen, das Öl an Kuba verkauft.<BR /><BR />In den vergangenen Wochen hatte Trump mehrfach erklärt, Kuba stehe kurz vor dem Zusammenbruch oder strebe eine Einigung mit den USA an. Am Montag sagte er, es könne eine „freundschaftliche Übernahme“ Kubas geben, und fügte hinzu: „Es könnte aber auch eine unfreundliche Übernahme werden.“<BR /><BR />Kuba erklärte jedoch, es sei daran interessiert, die Gespräche „auf der Grundlage von Gleichheit und Respekt für die politischen Systeme beider Staaten sowie für die Souveränität und Selbstbestimmung unserer Regierungen“ zu führen, wie Diaz-Canel sagte. Seit drei Monaten sei kein Treibstoff mehr nach Kuba gelangt, betonte er auf einer Pressekonferenz. Dies habe zu einem Rückgang der Diesel- und Heizölreserven geführt, wodurch das Stromnetz zunehmend „instabil“ geworden sei. Kuba wolle daher unabhängiger von Energieimporten werden. So seien die inländische Produktion von Rohöl und Gas sowie die Stromerzeugung aus Solarenergie gesteigert worden.<BR /><BR />Diaz-Canel sagte, er leite die Gespräche für die kubanische Seite zusammen mit dem ehemaligen Präsidenten Raul Castro und anderen Funktionären. Wer für die USA teilgenommen hat und wann oder wo die Gespräche stattfanden, sagte er nicht. Trump hatte erklärt, US-Außenminister Marco Rubio sei beteiligt. Bisher hatte die kubanische Regierung offizielle Treffen dementiert, Medienberichte über geheime Gespräche unter Beteiligung von Raul Guillermo Rodriguez Castro, dem Enkel des 94-jährigen Raul Castro, jedoch nicht ausdrücklich zurückgewiesen.<BR /><BR />Der 41-jährige Rodriguez Castro, allgemein bekannt als „El Cangrejo“ (Die Krabbe), saß während der Videoansprache hinter Diaz-Canel, obwohl er offiziell keine hohe Position in der Partei innehat. Die Gespräche seien von „internationalen Akteuren“ vermittelt worden, sagte Diaz-Canel, ohne Details zu nennen.<BR /><BR />Am Vorabend der Ankündigung hatte Kuba mitgeteilt, in den kommenden Tagen 51 Gefangene gemäß einer Vereinbarung mit dem Vatikan freizulassen. Vor zwei Wochen hatte Außenminister Bruno Rodriguez Papst Leo im Vatikan getroffen. In der Vergangenheit hatte der Vatikan bereits als Vermittler gedient - etwa bei den Gesprächen 2014, die während der Präsidentschaft von Barack Obama zu einer Annäherung zwischen Kuba und den USA führten.