Südtirols Wald ist ein beeindruckendes Multitalent – steht aber gewaltig unter Druck. „12.000 Hektar sind mittlerweile vom Borkenkäfer betroffen“, sagt der Leiter der Landesabteilung Forstdienst, Günther Unterthiner. Zähle man jene 6000 Hektar dazu, die das Sturmtief Vaja verwüstet habe, komme man auf 18.000 Hektar beschädigten Waldes. <BR /><BR /> „Bei den Maßnahmen geben wir dem Wald mit Schutzfunktion Vorrang“, so Unterthiner. 12.000 Hektar Schutzwald sind aufzuforsten. Etwa die Hälfte schafft Verjüngung aus eigener Kraft, weil der Standort günstig und Wildverbisse gering sind. „Bei 6000 Hektar müssen wir aber nachhelfen“, sagt Unterthiner.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1090149_image" /></div> <h3> „Waldfonds“ für Schutzwälder und Aufforstung</h3>Und dabei kann und soll der Bürger mithelfen können. Mit dem Finanzgesetz zum Landeshaushalt, das der Landtag im Dezember genehmigt, wird ein „Waldfonds“ eingerichtet. Dieser wird ausschließlich von Mittel gespeist werden, den private Rechtssubjekte in den Haushalt des Landes Südtirol einzahlen. Und zwar um Projekte für die Wiederherstellung von Schutzwäldern und Aufforstung zu finanzieren sowie Biodiversität und Habitat für Tiere und Pflanzen zu verbessern.<BR /><BR />„In den letzten Jahren sind etliche Betriebe an uns herangetreten, die einen Beitrag leisten wollten, doch geht das derzeit nicht oder nur auf extrem umständliche Weise“, so Unterthiner. Künftig wird es einfach. Eine Überweisung reicht. Aber Achtung: „Wer ein Projekt finanziert, erhält damit keine Rechte an CO2-Zerzifikaten und Kohlengutschriften. Diese bleiben beim Land“, so Unterthiner. <BR /><BR />Die Projekte selbst werden vom Forstinspektorat ausgearbeitet. Es entsteht also kein Recht, dass mit einer Spende genau der Wald in der Nähe des eigenen Betriebes aufgeforstet wird. Trotzdem macht es sich für Betriebe wohl gut, den eigenen Kunden mitzuteilen, dass das Unternehmen für Wald und Biodiversität einen Beitrag geleistet hat.<BR /><BR /><embed id="dtext86-67168641_quote" /><BR /><BR /> Dieser muss gar nicht enorm sein. Die Aufforstung von einem Hektar Wald mit 2500 Bäumchen schlägt sich laut Unterthiner mit 5000 Euro zu Buche – alles inklusive, denn die Bäumchen selbst werden vom Forstinspektorat zur Verfügung gestellt.<h3> „Die Ortstaxe ist nicht für alles da“</h3>Unterthiner denkt aber nicht nur an Bürger und Betriebe, sondern weiter. Bis auf die Kurzverwaltungen von Bozen und Meran, sind alle anderen Südtiroler Tourismusvereine private Rechtssubjekte. „Sollte der Tourismusverein Gadertal, wo der Wald besonders unter Druck steht, einen Überschuss erwirtschaften, könnte er über denFonds die Wiederherstellung seiner Wälder unterstützen“, meint Unterthiner.<BR /><BR />Womit wir bei einem Reizthema wären. Die Tourismusvereine werden über die Ortstaxe finanziert, die Feriengäste zu entrichten haben und sind eigentlich für touristische Zwecke reserviert. Allerdings ist die Frage berechtigt, warum Gäste und Tourismus nicht zur Rettung der Wälder beitragen sollen, von denen sie unmittelbar profitieren. „Die Ortstaxe ist nicht für alles da“, bremst Tourismuslandesrat Luis Walcher. Aus seinem Ressort kommt aber auch der Vorstoß Waldfonds.