Mittwoch, 17. Februar 2016

KVW: Gegen den Zaun, für menschlichere Lösung

Bei der Diskussion um einen Zaun am Brenner fehlt dem KVW die menschliche Sicht. Es werde rein wirtschaftlich argumentiert, warum es keine Grenzkontrollen geben soll: sie kosten Zeit und sie kosten Geld. Was aber ist mit den Menschen?

Werner Steiner vom KVW.
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Werner Steiner vom KVW. - Foto: © D

"Seid die Vorbereitungen zur Errichtung eines Zauns am Brenner bekannt geworden sind, sind in Südtirol die Flüchtlingsströme politisches Thema geworden", stellt der Katholische Verband der Werktätigen(KVW) fest.

Nur das Geld zählt?

„Die Einschränkung des freien Personen- und Warenverkehrs im Schengenraum ist gefährdet, die Betroffenheit in Südtirol ist spürbar“, weiß auch KVW-Landesvorsitzender Werner Steiner.

Er bemängelt aber auch, dass die Argumente gegen die Wiedereinführung von Kontrollen an den Grenzen zwischen Nord- und Südtirol rein wirtschaftlicher Natur sind. "Es wird von Wartezeiten beim Grenzübertritt gesprochen, die im Warenverkehr zu Zeitverlusten und somit zu Geldverlusten führen könnten".

Eine Wertegemeinschaft?

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte stehe die EU vor einer Existenzkrise: "Es geht dabei nicht um die Wirtschaft und nicht ums Geld, es geht um Menschen, die auf der Flucht sind."
Die EU sei heute eine Gemeinschaft von rund 500 Millionen Menschen, die in einem Wohlstand leben, den es in der Geschichte bisher noch nicht gegeben hat.
Deshalb müsse es möglich sein, einige Millionen Menschen auf der Flucht aufzunehmen und fair zu verteilen. Daran werde sich zeigen, ob die EU ein Gebilde mit einem menschlichen Antlitz ist, und ob sie auch eine Wertegemeinschaft ist, in der Menschen in Not eine fundamentale Rolle spielen.

Der bessere Weg!

"Zäune bauen wäre eine einfache Lösung. Ebenso einfach ist es, sich die Zäune an andere Grenzen und die Hotspots in andere Provinzen zu wünschen. Der mühsamere, aber langfristig und menschlich der bessere Weg wäre es, trotzdem nach Lösungen zu suchen, in denen Menschen in Not an vorderster Front steht“, appelliert Werner Steiner.

stol

stol