Sonntag, 12. Mai 2019

„La Repubblica“: Wenn Menschenretten bestraft wird

Zu den Plänen von Italiens Innenminister Matteo Salvini, unter bestimmten Umständen Strafen für Hilfsorganisationen für die Rettung von Migranten auf dem Mittelmeer einzuführen, schreibt die italienische Zeitung „La Repubblica“ am Sonntag Folgendes.

Matteo Salvini will Hilfsorganisationen für die Rettung von Migranten auf dem Mittelmeer hart bestrafen.
Matteo Salvini will Hilfsorganisationen für die Rettung von Migranten auf dem Mittelmeer hart bestrafen. - Foto: © APA/AFP

„Die gleichen, die das Recht auf Leben, das Recht des Embryos, zu wachsen und sich zu entwickeln, festschreiben wollen, halten es für illegal, Menschen zu retten, die andernfalls ertrinken würden. Dann, wenn es sich um einen Migranten handelt. Nach den neusten Plänen des Innenministers, sollen die, die Menschenleben ohne Erlaubnis retten, eine teuren Preis für jedes gerettete Leben bezahlen. Der Staat würde sich so neben all diejenigen einreihen, die sich an dem Leben dieser Menschen bereichern.“

Wie berichtet, plant Italiens Innenminister Matteo Salvini das, was er „Schlepperei” nennt, aktiver zu bekämpfen. Der Vizepremier und Lega-Chef will ein im Dezember vom italienischen Parlament verabschiedetes Sicherheitspaket noch strenger gestalten. Das aus zwölf Punkten bestehende neue Maßnahmenpaket sieht drakonische Strafen für private Schiffe vor, die Migranten im Mittelmeer retten.

dpa/stol

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