Landesrat Michl Laimer will die Landesregierung am Montag mit der Abberufung des Rumpf-Verwaltungsrats befassen.Noch am Dienstag hatte sich der SEL-Verwaltungsrat den Weisungen des Eigners Land widersetzt und beschlossen, dass Rainer seinen Wartestand aufgrund der Edison-Verhandlungen erst im Februar antreten soll.Im zweiten Anlauf klappte es am Freitag mit der Umsetzung der „schriftlich formulierten“ Vorgaben des Landes besser: „Rainer hat zwei Tage Zeit, um sein Büro zu räumen“, so Landesrat Michl Laimer.Ab dann sei er vom SEL-Verwaltungsrat mit sofortiger Wirkung in dreimonatigen, unbezahlten Wartestand versetzt.„Und zwar ohne Sonderauftrag für die Verhandlungen mit Edison“, betont Laimer. Wenn, dann hätte dieser gestern bei der Wartestandregelung beschlossen werden müssen. „Das war nicht der Fall. Das Thema ist vom Tisch“, sagt Laimer.Anders als vom Landeshauptmann diese Woche noch ins Spiel gebracht, werde auch der von der Landesregierung abberufene SEL-Präsident Klaus Stocker keinen Sonderauftrag für die Edison-Gespräche bekommen.„Die SVP-Fraktion hat eindeutig klargestellt, dass der Abschied von Stocker ein endgültig er sein muss“, so Laimer. Dies umso mehr, als jetzt auch noch wegen Betrugsverdachts gegen die SEL-Spitze ermittelt werde und der sich der Rechnungshof eingeschaltet hat.Mit dem Beschluss vom Freitag setzt der SEL-Verwaltungsrat zwar die schriftlichen Weisungen Laimers um, nicht aber jene, die Laimer am Freitagvormittag noch telefonisch an Klaus Stocker weitergegeben hatte.„Da wir täglich neue Details über die Ermittlungen erfahren, hatte ich einen Wartestand Rainers bis zum Ende der Ermittlungen gefordert und dem gesamten Verwaltungsrat seinen Rücktritt nahegelegt“, so Laimer.Die Herren in der SEL-Chefetage blieben aber an ihrem Sessel kleben und verwiesen für alles weitere auf den „nächsten Verwaltungsrat“.Dieser dürfte schneller nahen, als es den Herren in der SEL-Chefetage lieb ist. Bereits am Montag will Landesrat Michl Laimer die Landesregierung mit der Abberufung des Verwaltungsrats befassen.Er, so Laimer, werfe dem SEL-Verwaltungsrat weder ein konkretes Vergehen vor, noch dass er schlecht gearbeitet habe.Der Gesamtblick auf das Unternehmen sei aber so erdrückend, dass es einen Neustart brauche.„Dieser ist nur glaubwürdig, wenn er in seiner Gesamtheit erfolgt und der ganze Verwaltungsrat ausgetauscht wird“, bekräftigt Laimer. Mit anderen Worten gesagt: „Die Leute erwarten sich bei der SEL einfach neue Gesichter.“Ominöser Brief an DurnwalderIm SEL-Skandal fügen sich täglich neue Puzzleteile zu einem immer deutlicheren Bild.„So wurde nun bekannt, dass Landeshauptmann Luis Durnwalder im Mai 2009 ein Schreiben bekam, in dem jemand mit Nachdruck um die ‚möglichst positive Erledigung‘ des Erweiterungsprojektes für das Kraftwerk Mittewald bittet“, schreibt die Tageszeitung „Dolomiten“ in ihrer Samstag-Ausgabe.Das Schreiben war nicht unterzeichnet. Der Landeshauptmann wurde dennoch tätig und leitete es an den Amtsdirektor vom Gewässerschutz mit der Bitte um Stellungnahme weiter. Von wem es stammte, daran könne er sich „beim besten Willen nicht erinnern. Es könnte schon sein, dass es von Franz Pircher abgegeben wurde. Schließlich hatte der den Auftrag von Paul Schweitzer, das Projekt voranzutreiben“, so Durnwalder gegenüber der Zeitung.Die Fahnder stellten das Schriftstück in „keinem Landesamt, sondern außerhalb“ sicher, zusammen mit einem internen Vermerk des Landeshauptmannes.bv/rc/D__________________________________________________________________________________Eine ausführliche Berichterstattung zum SEL-Skandal gibt es in der Samstag-Ausgabe der „Dolomiten“.