Den Vorschlag der Ämter, den Beschluss der Landesregierung und einen Vertrag, der erst kürzlich unterschrieben wurde. Landesrat Michl Laimer und Ex-SEL-Direktor Maximilian Rainer haben drei Wochen Zeit, auch das zu erklären.„Die SEL und ihre Tochtergesellschaften hatten erwiesenermaßen einen Vorzugskanal bei der Vergabe von Konzessionen“. Davon ist der Leitende Staatsanwalt Guido Rispoli überzeugt.Im Abschlussbericht zu den Ermittlungen findet sich neben den bereits bekannten Vorwürfen ein neuer, wegen dem die Sondereinheit ROS der Carabinieri noch weiter ermittelt. Es geht um die Konzession für die Werke in Kardaun, Brixen, Sarnthein, Lappach, Mühlen in Taufers und Waidbruck. Diese war der Hydropower auch mit Einverständnis des zuständigen Amtes zugesprochen worden. Die mutmaßlichen Unregelmäßigkeiten beginnen dann aber bei der Aushandlung der Verträge, welche u. a. Umwelt- und Sicherheitsauflagen betreffen.Wie die Ermittlungen ergaben, soll das Amt für Stromversorgung einen Vorschlag unterbreitet haben, Laimer aber die Verhandlungen übernommen haben. So habe die Landesregierung am 20. Juni 2011 die Verträge verabschiedet – allerdings mit großen Abstrichen, was die Sicherheit angeht und auch ansonsten sehr zu Ungunsten der öffentlichen Hand, dafür aber zu Gunsten der Hydropower, so die Ermittler.Den Vorschlag des Amtes und die letztlich von der Landesregierung genehmigte Version der Verträge liegen jetzt bei den Ermittlern. Seit einer Woche liegt dort aber noch eine dritte Version eines Vertrags: Jener von Kardaun ist letzte Woche unterschrieben worden. Es scheint, als wolle man im letzten Moment noch die Kurve kratzen: Der Vertrag soll zwar weiterhin in den meisten Punkten zu Gunsten von Hydropower ausfallen, allerdings in einzelnen Punkten, angeblich besonders jenen, auf welche Vertragsamt und Amt für Stromverteilung Wert gelegt hätten, dem ursprünglichen Entwurf näher sein.Vorteile soll Laimer wie berichtet durch Rainers Mitarbeit auch der SEL AG beim Erhalt der Konzession für das E-Werk St. Anton verschafft haben. Beiden wird Amtsmissbrauch, Wettbewerbsbeeinflussung, Falschbeurkundung, Offenbarung von Amtsgeheimnissen vorgeworfen; Laimer muss sich zudem wegen versuchter Erpressung im Amt verantworten.uli/D