„Unser Ziel muss es sein, die anfallenden Klärschlämme landesweit gebündelt zu erfassen und einer einheitlichen Behandlung zuzuführen. Deshalb setzt das Land Südtirol langfristig auf die thermische Verwertung des gesamten Südtiroler Klärschlammes in einer zentralen Anlage, die es noch zu errichten gilt“, unterstreicht der Landesrat für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz Peter Brunner. Dafür würde auch die Möglichkeit der Phosphor-Rückgewinnung sprechen. <BR /><BR />Klärschlamm enthält nämlich auch Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor. „Klärschlamm setzt sich aus organischen und anorganischen Bestandteilen zusammen und entsteht bei der Reinigung unseres Abwassers: Alles, was wir über Toilette, Dusche oder Waschmaschine entsorgen, wird in Kläranlagen gereinigt. Dabei werden Schadstoffe entfernt – und es bleibt ein Reststoff, der Klärschlamm, zurück“, erklärt Giulio Angelucci, Direktor des Landesamtes für Abfallwirtschaft.<BR /><BR />„Im in Südtirol anfallenden Klärschlamm sind jährlich etwa rund 400 Tonnen Phosphor enthalten. Unter realistischen Annahmen könnten davon etwa rund 300 bis 320 Tonnen pro Jahr aus dem Klärschlamm zurückgewonnen werden“, berichtet Angelucci. Zum Vergleich: Der Phosphorbedarf der Landwirtschaft im Land liege in einer ähnlichen Größenordnung, nämlich bei etwa 330 bis 350 Tonnen pro Jahr. Das bedeute, dass im Idealfall nahezu der gesamte Bedarf an Phosphor durch die Aufbereitung des heimischen Abwassers gedeckt werden könne.<h3> Thermische Verwertung mit <h3> Phosphor-Rückgewinnung</h3></h3>„Die Strategie des Landes geht klar in Richtung thermische Behandlung der Klärschlämme mit anschließender Phosphor-Rückgewinnung“, betont Landesrat Brunner. Die Herausforderung bestehe darin, einerseits den wertvollen Phosphor zurückzugewinnen, andererseits sicherzustellen, dass unerwünschte Stoffe wie Medikamente, Hormone, Mikroplastik oder ähnliches nicht in die Umwelt gelangen.<BR /><BR />2023 hat die Landesregierung das Projekt „Thermische Verwertungsanlage für alle Klärschlämme Südtirols“ im Bereich der Kläranlage Tobl genehmigt. Nun geht es darum, die organisatorischen Voraussetzungen zu schaffen: „Für die Realisierung der Anlage ist ein klares öffentliches Interesse erforderlich, an dem alle beteiligten Akteure mitwirken: Das Land übernimmt die Planung und Errichtung der Anlage, während die Bezirksgemeinschaften als Betreiber der Kläranlagen und damit als Produzenten des Klärschlamms in eine koordinierte Gesamtstruktur eingebunden werden. Nur so kann die Anlage wirtschaftlich betrieben und die Behandlung langfristig gesichert werden“, ist Landesrat Brunner überzeugt.