Donnerstag, 28. Juli 2016

Land und Ärzte kommen sich näher

Am Donnerstag wurden die Zwischenergebnisse der Verhandlungen zwischen Hausärzten uns Land vorgestellt. Das Hauptthema der Verhandlungen: die wohnortnahe Betreuung.

Die Verhandlungspartner konnten sich auf Zwischenergebnisse einigen. - Foto: LPA
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Die Verhandlungspartner konnten sich auf Zwischenergebnisse einigen. - Foto: LPA

34 Sitzungen in 12 Monaten brauchten die Delegation des Landes Südtirol und die Vertreter der Gewerkschaften der Allgemeinmediziner, um über zusätzliche hausärztliche Leistungen zu verhandeln. Landesrätin Martha Stocker, Ressortdirektor Michael Mayr und die Gewerkschaftsvertreter Susanna Hofmann (SNAMI), Domenico Bossio (FIMMG), Gianni Pontarelli (SMI) und Eugen Sleiter (SGB-CISL Medici) berichteten am Donnerstag über die intensiven Gespräche und die erzielte Einigung.

Stocker: "Menschen vor Ort profitieren"

Mit der Unterschrift der SNAMI, der FIMMG und der SMI unter die Änderungen zum aktuellen Landeszusatzvertrag – die SGB-CISL Medici unterstützt die Vereinbarung – können die vereinbarten erweiterten Leistungen umgesetzt und die Vergütungen ausbezahlt werden.

Landesrätin Martha Stocker über die Verhandlungserfolge.

"Wir haben einen ganz wesentlichen Schritt gemacht, auch wenn das eine und andere noch zu bereden und zu verhandeln sein wird", unterstrich Landesrätin Stocker bei der heutigen Pressekonferenz. "Mir ist dabei besonders die wohnortnahe Betreuung chronisch kranker Patienten wichtig: Diese stellt einen großen Vorteil für die Menschen vor Ort dar, stärkt die Allgemeinmedizin und fördert das Verhältnis zwischen Arzt und Patienten", ging Stocker auf die erzielten Zwischenergebnisse ein.

Breite Verhandlungsmasse

Neben der landesweiten Vereinheitlichung der wohnortnahen Betreuung einigten sich die Verhandlungspartner über die Abdeckung und Vergütung für den Sonn-, Feiertags- und Vorfeiertagsdienst sowie die kostenlose Ausstellung von ärztlichen Zeugnissen für die freiwillige Tätigkeit bei Rettungsorganisationen und für die nicht wettkampfmäßige außerschulische sportliche Tätigkeit von Kindern und Jugendlichen bis zu 18 Jahren.

Abgesehen von den Änderungen zum Landeszusatzvertrag seien auch weitere Verhandlungsergebnisse erzielt worden, wie etwa in der Betreuung in Alters- und Pflegeheimen sowie in der Kontrolle der Blutverdünnung durch die Hausärzte vor Ort und die Maßnahmen zugunsten von jungen Ärzten im Sammelgesetz.

Einige Punkte bleiben offen

Die Gewerkschaftsvertreter Hofmann, Bossio, Pontarelli und Sleiter gingen in ihren Stellungnahmen auf die intensiven Verhandlungen, das letzthin gute Gesprächsklima und die noch zu diskutierenden Punkte wie der Abbau der Patientenzahl, die vernetzte Gruppenmedizin, die Gesundheitszentren und die Förderung der Jungärzte ein.  

Mehr Geld für Allgemeinmediziner

"Zusätzliche Vergütungen für verbesserte wohnortnahe Leistungen: Dieses Prinzip war ausschlaggebend für den Wendepunkt in den schwierigen Verhandlungen", berichtete abschließend Ressortdirektor Mayr. "Es ist uns nun gelungen, das Heu ins Trockene zu bringen, um nun wieder weiterzuarbeiten, das Gras wachsen zu lassen und dann eine weitere Ernte einzubringen", betonte Mayr.

Das erzielte Ergebnis stelle daher keinen Endpunkt dar, sondern sei Basis für die nächsten Verhandlungsrunden.

stol/lpa

stol