Seit einer Woche liegen die Zahlen zum Landeshaushalt 2011 auf dem Tisch, und seitdem schießen sich vor allem Vertreter der Wirtschaft darauf ein. Hauptpunkt der Kritik: vom viel gepredigten Sparen sei in der öffentlichen Verwaltung weiterhin keine Spur. Das lässt sich der Landeshauptmann nicht länger bieten. „Es ist gut, wenn Anregungen und Vorschläge gemacht werden, aber wir brauchen keine konzertierten Aktionen gegen die Landesverwaltung“, reagiert Luis Durnwalder hörbar sauer auf die Vorwürfe. Dass beim Land gespart werde, lasse sich an den Zahlen deutlich ablesen. Zudem habe man gerade zwei große Reformen auf den Weg gebracht, unter anderem auch mit dem Ziel, Kosten zu senken: Der Umbau des Gesundheitswesens wie der Oberschule werde unterm Strich Geld sparen. „Ständig wird von uns verlangt, dass wir Reformen machen und etwas ändern; aber wenn wir das dann tun, wird uns ausgerechnet von Seiten der Wirtschaft wieder gesagt, dass wir das gefälligst lassen sollen“, reagiert der Landeshauptmann und verweist auf Proteste gegen die Schließung von Spitälern. Und er legt sofort ein Scheit nach: „Bei uns wissen sie genau, wo zu sparen ist, aber bei ihnen selbst ist genau das Gegenteil der Fall“, sagt er in Richtung Unternehmerverband.Pan: Wissen, „was sparen heißt“Dort prallt der Vorwurf gleich ab, wie dessen Präsident Stefan Pan kontert. „Wir haben in unseren Unternehmen vorgemacht, was sparen heißt und wir haben beim Verband selbst 15 Prozent der Kosten eingespart“, unterstreicht Pan. Auf der in wenigen Wochen anstehenden Vollversammlung des Wirtschaftsrings würde zudem jeder Mitgliedsverband ein Konzept vorlegen, wie er in den nächsten Jahren die Kosten weiter reduzieren werde. „Wir predigen bestimmt nichts, was wir nicht schon selbst machen“, verteidigt Pan die geballte Kritik an der Verteilung des Landeskuchens.Dabei ginge es den Wirtschaftsverbänden nicht darum, „mehr Profit zu machen“, sondern ihnen sei das Wohl des Landes ein Anliegen. Denn wenn die öffentliche Hand nicht endlich die Fixkosten zum Beispiel im Personalbereich senke, werde der Spielraum für die Politik immer kleiner und Südtirol werde bald den wirtschaftlichen Anschluss verlieren. ler/D