Mittwoch, 21. Juli 2021

Landesethikkomitee neu ernannt – Vorsitz bestätigt

Nach Ablauf der 3-jährigen Amtsdauer wurde das Landesethikkomitee am gestrigen Dienstag von der Landesregierung neu ernannt und fast unverändert bestätigt.

Eine ethische Entscheidungskultur im Gesundheitswesen will das Ethikkomitee fördern. Die Landesregierung hat das Gremium gestern neu ernannt.
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Eine ethische Entscheidungskultur im Gesundheitswesen will das Ethikkomitee fördern. Die Landesregierung hat das Gremium gestern neu ernannt. - Foto: © unsplash/lpa
Das Landesethikkomitee berät die Landesverwaltung zu ethischen Fragestellungen im medizinischen Bereich. Mit Herbert Heidegger als Vorsitzendem und Georg Marckmann als dessen Stellvertreter engagiert sich das Gremium bereits seit Jahren für die Förderung einer ethischen Entscheidungskultur im Gesundheitswesen.

„Ethische Fragen sind gerade in der Gestaltung des Gesundheitswesens sehr präsent, und die neuen Entwicklungen in Wissenschaft und Gesellschaft stellen die Entscheidungsträger vor immer neue Herausforderungen. Die Beratung durch Expertinnen und Experten ist insofern eine unverzichtbare Hilfestellung“, betont Gesundheitslandesrat Thomas Widmann, der gestern der Landesregierung den Beschlussvorschlag für die Nominierung unterbreitet hat.

2 der 12 Mitglieder wurden neu ernannt. Dabei handelt es sich um die Endokrinologin Dalia Crazzolara und den Arzt für Allgemeinmedizin, Ugo Marcadent. „Wir haben das Ethikkomitee und den Vorsitz fast vollinhaltlich für die neue Amtsperiode bestätigt, da wir das Glück haben, nicht nur sehr kompetente, sondern auch besonders engagierte Mitglieder zu haben, die zudem in der Fachwelt und in der Bevölkerung sehr angesehen sind“, sagt der Landesrat.

„Ethik im Alltag ist ein ständiges Ringen um die richtige Entscheidung“, berichtet Herbert Heidegger, der dem Komitee seit 2007 vorsitzt. In den kommenden 3 Jahren stünden bereits zahlreiche Projekte an, unter anderem die Ausarbeitung des Advance Care Planning (Gesundheitliche Vorausplanung), die Ausbildung und Umsetzung qualifizierter Gesprächsbegleitung, die Erstellung und der Einsatz von Notfallplänen, die Bearbeitung des Themas „Assistierter Suizid“, die Begleitung und Koordination der Ethikberatungsgruppen sowie die laufende Verfassung von Stellungnahmen und Gutachten zu aktuellen Themen.

Das Gremium wurde per Landesgesetz im Jahr 2001 eingeführt und setzt sich aus 12 Mitgliedern zusammen, davon 3 Krankenhausärztinnen oder -ärzte (Herbert Heidegger, Primar der Gynäkologie; Dalia Crazzolara, Endokrinologin; Bernadetta Moser, Anästhesistin), 2 Experten auf dem Gebiet der Bioethik (Georg Markmann, Professor für Ethik in der Medizin an der Universität Thübingen und Alberto Bondolfi, Theologe und Ethiker, Professor a.D. an der Universität Lausanne), einem Bioethik-Experten aus dem Bereich der Theologie (Martin Lintner, Moraltheologe), einer Psychologin (Clara Astner, Lehrbeauftragte an der Claudiana u. a. in Medizinethik), einer Krankenpflegerin (Irmgard Spiess, Abteilung Palliativmedizin und Koordinatorin der Ethikberatungsgruppe), einer Vertretung der Patientenorganisationen (Paola Zimmermann vom Dachverband für Gesundheit und Soziales), einer Vertretung von Senioreneinrichtungen (Helene Trippacher, Pflegedienstleiterin im Grieserhof und Mitglied der Ethikberatungsgruppe), einem Arzt für Allgemeinmedizin (Ugo Marcadent, erwiesene Kompetenz im Bereich Patientenverfügung) und einer Juristin (Marta Tomasi, Expertin in rechtlichen Belangen der Bioethik, Universität Trient).

Das Sekretariat des Landesethikkomitees wird von Evi Schenk von der Landesabteilung Gesundheit koordiniert.

lpa

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