Donnerstag, 02. Februar 2017

Landesrätin Deeg trifft SWR-Spitze: "Familie geht vor"

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird auch in Südtirols Betrieben immer mehr zum Thema. Aus diesem Grund traf sich Landesrätin Deeg kürzlich mit dem SWR.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird auch in Südtirols Betrieben immer mehr zum Thema. Aus diesem Grund traf sich Landesrätin Deeg kürzlich mit dem SWR.
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Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird auch in Südtirols Betrieben immer mehr zum Thema. Aus diesem Grund traf sich Landesrätin Deeg kürzlich mit dem SWR. - Foto: © LPA

Im Juli 2015 haben die Sozialpartner ein gemeinsames Positionspapier zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterzeichnet.

Darin ist festgeschrieben, "dass es Maßnahmen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf braucht, um die Erwerbsquote von Frauen an jene der Männer anzugleichen, die Wiederaufnahme der Arbeit von Seiten der Frauen nach der Mutterschaft zu erleichtern und insbesondere jungen Menschen zu ermöglichen, einer ihrer Qualifikation angemessenen Arbeit nachgehen zu können und diese mit den familiären Vorstellungen zu vereinbaren."

Rollenverteilung ändert sich

Dieses Positionspapier stand kürzlich im Mittelpunkt einer Aussprache zwischen Familienlandesrätin Waltraud Deeg und dem Südtiroler Wirtschaftsring (SWR). 

"Es braucht Maßnahmen, um den Bedürfnissen der heutigen Familien mit Kindern gerecht zu werden", forderte Landesrätin Deeg im Gespräch mit der SWR-Spitze, "denn die Rollenverteilung innerhalb der Familie verändert sich: Väter  geben sich nicht mehr nur mit der Ernährerrolle zufrieden, sie wollen sich aktiv an der Erziehungs- und Betreuungsarbeit beteiligen und immer mehr Frauen sind gut ausgebildet und wollen neben Haushalt und Kindern berufstätig sein. Dabei geht die Familie vor."

Mitarbeiter müssen flexibler sein

Demgegenüber stehen veränderte Rahmenbedingungen in der Wirtschaft, die mit den Anforderungen im Familienalltag kollidieren. So fordert die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen immer mehr zeitlich flexibel einsetzbare Mitarbeiter, die Ausweitung der Betriebszeiten, Beschäftigte für Schichtarbeit und Wochenendarbeit.

Familienfreundliche Unternehmenspolitik motiviert

Zahlreiche Studien zeigen allerdings, dass eine familienfreundliche Unternehmenspolitik positive betriebswirtschaftliche Auswirkungen hat: eine höhere Motivation der Beschäftigten, geringere Fehlzeiten und eine höhere Bindung von Fachkräften. 

"Familienfreundliche Maßnahmen im Betrieb sind eine Win-win-Situation für alle", bemerkte Landesrätin Deeg und verwies im Gespräch mit den Wirtschaftsvertretern auf Südtirols Unternehmen mit dem Zertifikat "audifamilieundberuf". "Es sind Best-Practice-Beispiele, die zeigen, dass eine familienfreundlichen Personalpolitik möglich ist und dem Betrieb Vorteile bringt", so Deeg.

Mögliche Ansätze für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sieht die SWR-Spitze im Stabilitätsgesetz 2017. Unter dem Punkt "welfare aziendale" belohnt der Staat jene Unternehmen, welche Produktivität, Effizienz und Innovation durch Maßnahmen für Mitarbeiter erhöhen, denn sie sind der Hauptfaktor für betriebliches Wachstum.

lpa/stol

stol