Freitag, 27. August 2021

Landesrat Vettorato plant ein Haus der italienischen Kultur

Ein gemeinsames Haus für die italienischsprachigen Kultureinrichtungen: Dieses Hauptziel für die zweite Hälfte seiner Amtsperiode nannte Landesrat Giuliano Vettorato beim Medien-Halbzeit-Gespräch der laufenden Amtsperiode.

Landesrat Giuliano Vettorato beim Mediengespräch in Bozen.
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Landesrat Giuliano Vettorato beim Mediengespräch in Bozen. - Foto: © LPA/Igor Cocca
„Mit der Zeit gehen“: Anhand dieses Mottos erläuterte Landesrat Giuliano Vettorato zur Halbzeit seiner Amtsperiode beim Mediengespräch im Trevi-Zentrum in Bozen seine bisherige und künftige Politik. Laut Vettorato – zuständig für italienische Bildung und Kultur, Umwelt und Energie – bedeutet dies, „dass sich Verwaltung und Bevölkerung im Gleichschritt bemühen, die Gesellschaft kontinuierlich weiterzuentwickeln.“ Dieser Schritt sei immer wichtig, ganz besonders aber sei er es in der vom Coronavirus ausgelösten Krise gewesen: „Da mussten und wollten wir schnelle und konkrete Antworten auf die brennenden Fragen geben.“

Neues Haus der italienischen Kulturorganisationen

Vorgestellt hat Vettorato den Medien das Projekt des künftigen Hauses der italienischen Kultur, das im ehemaligen Gebäude der staatlichen Telefongesellschaft in Bozen entstehen wird. Es sei, sagte Vettorato, ein „ehrgeiziges Projekt, umgesetzt in einem Gebäude, dem der Infopoint DRIN bereits jetzt wieder Leben eingehaucht hat und der sich zu einem Coworking-Space für kreative Jugendliche entwickelt hat – auch dank der Zusammenarbeit mit Vermögenslandesrat Massimo Bessone.“



Der nächste Schritt sei nun, diesen Weg auch anderen italienischsprachigen Vereinen und Organisationen, die derzeit keinen eigenen geeigneten Sitz haben, zu ebnen: „Wir wollen der italienischsprachigen Kultur in Südtirol einen ergänzenden Platz unter einem Dach ermöglichen, wo wir viele Dienste, Räume und Orte der Begegnung gleichzeitig anbieten.“ Das neue Kulturmodell bestehe darin, dass verschiedene Generationen, traditionelle Kulturvereine und junge Berufskünstler an einem Ort gemeinsam arbeiten und so das Selbstverständnis der italienischsprachigen Kultur in Südtirol stärken können.

Arbeitsplätze und kulturelles Angebot

Mit Blick auf Pandemie-Zeit ist Vettorato überzeugt: „Wir konnten der italienischsprachigen Kulturszene gute Lösungen anbieten. Ich habe mich für ein solides System eingesetzt: Keine einzige Organisation musste während der drei Lockdowns ihre Tätigkeit einstellen und niemand im Kulturbereich hat seine Arbeit verloren.“

Die Kultur sei ein starker Motor für das Land, ist Vettorato überzeugt: Es gelte, das kulturelle Angebot in italienischer Sprache auszubauen. Als Beispiel nannte der Kulturlandesrat das neue „Labor Trevilab“ im Trevi-Zentrum.

Umwelt als Schlüsselsektor

Umwelt und Energie bezeichnete Giuliano Vettorato als „Schlüsselsektoren unseres Landes“, und die Nachhaltigkeit sei dabei das zentrale Ziel für die Zukunft. Wesentliche Vorhaben seien schon umgesetzt, sagte der Landesrat, beispielsweise der im Juni verabschiedete Gewässerschutzplan oder der Plan für die neue Trassenführung des Hochspannungsnetzes zur Stromversorgung im Eisacktal, der in einem partizipativen Prozess entstanden ist und – nicht nur, aber auch dank des Abbaus von rund 260 Kilometer langen oberirdischen Leitungen – sowohl die Umwelt schützen als auch die Lebensqualität der Bevölkerung heben wird.

Im September wird Vettorato nun der Landesregierung den Vorschlag für einen erneuerten Klimaplan vorlegen, danach soll eine öffentliche Anhörung folgen. Auch in den Lärmschutz entlang der Brennerbahnlinie wird weiter investiert: „Bis 2024 sollen die Vorhaben in Bozen, Brixen und Blumau abgeschlossen sein und die Bevölkerung vor Ort entlasten. Bis Dezember wird auch der Mantel der alten Verbrennungsanlage in Bozen abgebaut und das Gelände saniert sein. Damit schaffen wir dort den Platz für Einrichtungen einer nachhaltigen Abfallwirtschaft und für Wasserstoffproduktion“, versprach der Umweltlandesrat. Gelungen sei es schließlich auch, die staatliche Förderung des sogenannten Superbonus 110 Prozent auf Landesebene zu entbürokratisieren, erklärte Vettorato.

Schule bedeutet: Bildungserfolg ermöglichen

Im Schulbereich schließlich war und bleibt es Vettoratos Ziel, allen Kindern und Jugendlichen erfolgreiche Bildung zu ermöglichen: „Trotz der schwierigen Bedingungen in der Pandemiezeit konnte das italienische Schulwesen seinen Zielen treu bleiben.“

Damit die Schule „mit der Zeit gehen“ könne, müsse sie weiter digitalisiert werden. Vorbild dafür sei die neue Plattform „Madlene“. Sie sei entwickelt worden, damit Lernende und Lehrpersonen untereinander schneller Informationen austauschen können.

lpa/stol