Mittwoch, 25. September 2019

Landesrat Widmann bei Gesundheitsminister Speranza

Die Facharztausbildung, die Voraussetzungen für die Eintragung in die Berufskammer und der Nachtragshaushalt des Landes: Dies waren die drei Schwerpunktthemen, die Südtirols Gesundheitslandesrat Thomas Widmann am Dienstag bei seinem Treffen in Rom mit dem neuen italienischen Gesundheitsminister Roberto Speranza besprochen hat.

Minister Roberto Speranza (2.v.l) mit der Südtirol Delegation: (v.r.) Landesrat Thomas Widmann und die Parlamentarier Julia Unterberger und Meinhard Durnwalder.
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Minister Roberto Speranza (2.v.l) mit der Südtirol Delegation: (v.r.) Landesrat Thomas Widmann und die Parlamentarier Julia Unterberger und Meinhard Durnwalder. - Foto: © LPA

„Minister Speranza hat sich sehr offen und gesprächsbereit gezeigt“, sagte Landesrat Widmann nach dem Treffen.

Der Minister wisse über Südtirols Autonomie bestens Bescheid und kenne die Besonderheiten des Landes. Vereinbart wurde, die am Dienstag auf politischer Ebene behandelten Themen nun aus fachlicher und rechtlicher Sicht im Detail zu prüfen.

Widmann ging auf das Abkommen zwischen Land und Gesundheitsministerium sowie dem Österreichischen Außenministerium und der Österreichischen Ärztekammer zur Facharztausbildung ein: „Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit soll dazu beitragen, den Bedarf an Fachärzten in Südtirol zu decken, die Facharztausbildung für junge Mediziner möglichst attraktiv zu machen, um auch in Zukunft eine ausreichende Anzahl an Ärzten im öffentlichen Gesundheitsdienst beschäftigen zu können, die beider Landessprachen mächtig sind.“

„Deutsch muss Italienisch gleichgestellt werden“

Der Landesrat unterstrich: „Diese Fachausbildung ermöglicht es Medizinern, ihre Ausbildung in akkreditierten Abteilungen der Südtiroler Krankenhäuser zu durchlaufen.“ Ihre Fortführung sei Grundvoraussetzung, um das derzeitige Pflege- und Qualitätsniveau sicherzustellen.

Mit Blick auf die Voraussetzungen für eine Eintragung in die Berufskammern, sowohl der Ärzte als auch der Pflegeberufe, bekräftigte Widmann den Standpunkt der Landesregierung: In Südtirol sei die deutsche Sprache – im Sinne europäischen Freizügigkeiten – der italienischen gleichzustellen.

Dies sei notwendig, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken: „Die Fachkräfte haben dann die Möglichkeit, die italienische Sprache vor Ort zu erlernen. Von dieser Möglichkeit machen derzeit bereits viele Fachkräfte Gebrauch, die – aus anderen italienischen Regionen kommend – in Südtirol arbeiten.“

Abschließend wurde über den Nachtragshaushalt des Landes gesprochen, wobei insbesondere die Einführung einer Selbstkostenbeteiligung für den nicht gerechtfertigten Zugang zur Notaufnahme Thema war. An dem Treffen von Landesrat Widmann mit Gesundheitsminister Speranza nahmen auch die Südtiroler Parlamentarier Julia Unterberger und Meinhard Durnwalder teil.

lpa

stol