Montag, 02. November 2020

Landesregierung berät über strengere Maßnahmen: Wird Bozen rote Zone?

Angesichts des sich ausbreitenden Infektionsgeschehens in Südtirol und der zunehmenden Belastung der Gesundheitsdienste hat sich die Landesregierung am Montag zu einer kurzfristig anberaumten Sondersitzung getroffen, um über weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Croronavirus-Infektionen zu beraten. Die Entscheidungen werden um 17 Uhr bekanntgegeben.

Noch am Montag sollen neue Maßnahmen für Südtirol beschlossen werden. Im Bild eine der unter besonderer Beobachtung stehenden  Gemeinden, die Landeshauptstadt Bozen.
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Noch am Montag sollen neue Maßnahmen für Südtirol beschlossen werden. Im Bild eine der unter besonderer Beobachtung stehenden Gemeinden, die Landeshauptstadt Bozen. - Foto: © vs
Bei der Sondersitzung soll entschieden werden, wie hierzulande in den kommenden Wochen verfahren wird. Großteils werden die Bestimmungen wohl an die nationalen Richtlinien angepasst. Konkret könnte dies weitere Einschränkungen in der Gastronomie sowie eine Vorverlegung der Ausgangssperre zur Folge haben. Wie mit den Geschäften und Schulen verfahren wird, muss ebenfalls noch geklärt werden.

Italienweit zählt Südtirol zu den 11 Sorgen-Regionen. Mittlerweile gebe es laut Florian Zerzer, Generaldirektor des Sanitätsbetriebs, Testtage, an denen 20 bis 25 Prozent der Tests positiv seien. Die normalen Krankenhausleistungen sollen bereits um die Hälfte reduziert werden. „Wir müssen die Leistungen auf die dringlichsten reduzieren, um Betten für Covid-Patienten frei zu bekommen“, sagt Zerzer.

„Mit diesen Zahlen lässt sich das normale Leben nicht aufrechterhalten“

„Ich bin für Verschärfungen, denn ich muss dafür sorgen, dass das Gesundheitssystem nicht zusammenbricht. Mit diesen Zahlen, die absolut anders sind als vor 2 Wochen, lässt sich das normale Leben so nicht aufrechterhalten. Das Fehlverhalten weniger muss jetzt von der absoluten Mehrheit ausgebadet werden“, sagte Gesundheitslandesrat Thomas Widmann.

Bozen bereitet Kopfzerbrechen


Hinsichtlich der Landesregierungssitzung am Montag haben sich am Sonntagnachmittag Landeshauptmann Arno Kompatscher, Arnold Schuler sowie Bildungslandesrat Philipp Achammer kurzgeschlossen. Dabei sei nichts festgelegt worden, betonten alle unisono. Eines stand aber bereits fest: „Ich werde heute (Sonntag, Anm. d. Red.) keine eigene Verordnung für die Gemeinden Bozen, Bruneck und Feldthurns erlassen. Denn wir werden nicht umhin kommen, morgen eine landesweite Verordnung zu erlassen“, sagte Landeshauptmann Arno Kompatscher. Zusätzliche Maßnahmen für Bozen, Bruneck und Feldthurns hatte zuvor die Covid-Arbeitsgruppe des Sanitätsbetriebes vorgeschlagen. STOL hatte berichtet.

Seit Sonntag ist neben zahlreichen weiteren Gemeinden auch die Landeshauptstadt aufgrund der hohen Infektionszahlen unter besondere Beobachtung gestellt worden. In Bozen sind aktuell rund 1600 Personen aktiv mit dem Virus infiziert. Nicht zuletzt deshalb sind neue Maßnahmen erforderlich, da ein Lockdown auf Gemeindegebiet hier schwierig wird.

Staat- Regionenkonferenz wird fortgesetzt

Am Montag sollen auch die Beratungen zwischen der italienischen Regierung und den Regionen weitergehen. Geplant ist eine weitere Konferenz der Regionen mit Minister Boccia, die zu Entscheidungen führen soll.

Oberste Maxime sei es weiterhin, einen kompletten nationalen Lockdown zu vermeiden, die Risikopatienten und die Gesundheit der Bürger aber aufs höchste Maß zu schützen.

lu/stol

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