<BR />Im Mai ist Halbzeit für die aus fünf Parteien bestehende Mehrheit im Landtag. „Dies war keine Liebesheirat. Umso wichtiger ist es, dass wir Punkt für Punkt das Regierungsprogramm abarbeiten“, sagt Landeshauptmann Kompatscher. Kaum zu glauben, aber wahr: Jeder Landesrat hat eine Tabelle, auf der er Schritt für Schritt vermerkt, wie es um Vorhaben steht, was abgehakt ist und was offen ist. „Wohnen, Löhne, Sicherheit, Nahverkehr: Wir haben einiges auf Schiene gebracht“, sagt der Landeshauptmann nach der gestrigen Bilanz zur Halbzeit.<BR /><BR /> Ebenso viel sei aber noch zu tun: Zur Entbürokratisierung soll im Februar das neue Bürgernetz „mycivis“ online gehen. Die Nachhaltigkeitsstrategie begleite das Land weiter. In puncto Sicherheit sei die Prävention auszubauen, Menschen in die Gesellschaft zu integrieren – etwa indem jede Gemeinde eine Einwandererfamilie aufnimmt. „Und die soziale Gerechtigkeit ist umzusetzen, weiter bei den Löhnen und mit Wohnbauprogrammen mit den Gemeinden“, so Kompatscher. Neu hinzu komme als stark gefühltes Thema die Abwanderung junger, kluger Köpfe.<h3> Zwist um Aussagen von Scarafoni</h3>Allerdings nützt das ganze schöne Programm nichts, wenn man sich gegenseitig auf die Füße tritt. Denn: Luis Walcher zitiert Anna Scarafoni vor den Koaltionsausschuss. In Medieninterviews rühmte sich die Fraktionssprecherin der Fratelli dieser Tage, Walcher in Sachen Hundesteuer und Hunde-DNA „in die Ecke“, sprich kaltgestellt zu haben. „Der Zweck heiligt die Mittel“, meinte Sacarafoni.<BR /><BR />Walcher fühlt sich mächtig auf den Schlips getreten. „Das ist nicht die Art, wie man miteinander umgeht“, so der Landesrat, der mit seiner Hundesteuer trotz Zustimmung aus den Gemeinden im Landtag nicht durchkam. „Wenn das die Mittel sind, dann weiß ich, wo ich angekommen bin“, so Walcher. Scarafonis „Nachtreten“ sei nicht akzeptabel. „Und ich habe meine Leute gebeten, das im Koalitionsausschuss aufs Tapet zu bringen.“<BR /><BR />„Man tunkt die eigene Mehrheit nicht in den Medien ein“, stellt SVP-Sprecher Harald Stauder denn auch klar. Sollte es etwas zu sagen geben, so habe dies intern zu erfolgen. Das habe er gestern auch im Koalitionsausschuss klipp und klar gesagt. „Denn wenn sich Mitglieder der Mehrheit angegriffen fühlen, dann ist darüber zu reden.“ Insgesamt arbeite man trotz ideologischer Differenzen gut, doch in der Kommunikation nach außen gebe es Luft nach oben: Rüffel für Scarafoni inklusive.