Dienstag, 19. Dezember 2017

Landesregierung lehnt Skiverbindung Langtaufers-Kaunertal ab

Landesregierung hat am Dienstag die skitechnische Verbindung der Skizonen Langtaufers und Kaunertal abgelehnt. Sehr zur Freude von Grünen, Dachverband für Natur- und Umweltschutz und anderen Verbänden.

Im Bild das Melagtal, ein Seitental des Langtauferertals, mit Blick Richtung Karlesjoch und Weißseejoch (links). - Foto: Landesamt für Landesplanung
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Im Bild das Melagtal, ein Seitental des Langtauferertals, mit Blick Richtung Karlesjoch und Weißseejoch (links). - Foto: Landesamt für Landesplanung

Mit der Skiverbindung Langtaufers-Kaunertal hat sich die Landesregierung am Dienstag befasst und beschlossen, das Vorhaben in dieser Form abzulehnen.

„Wir haben das vorgelegte Projekt heute abgelehnt, weil es einerseits viele kritische Aspekte in Bezug auf den Landschafts- und Umweltschutz gibt, und andererseits die positiven Auswirkungen auf eine nachhaltige Entwicklung des Wirtschaftsraumes Langtaufers/Oberer Vinschgau nicht ausreichend dargestellt wurden“, erklärte Landeshauptmann Arno Kompatscher bei der Pressekonferenz im Anschluss an die Regierungssitzung am Dienstag.

Diese können durchaus vorhanden sein, so Kompatscher. Aus den Unterlagen gehe aber nicht bzw. nicht ausreichend hervor, wie dieses Projekt zur positiven Entwicklung des Tales beitragen könne.

„Aus diesem Grund konnte das Projekt in der vorgelegten Form nicht genehmigt werden“, schließt Landeshauptmann Kompatscher. Und der Einbringer des Beschlusses, Umweltlandesrat Richard Theiner, betont, dass sich die Landesregierung die Entscheidung nicht einfach gemacht habe. „Nach eingehender Überprüfung der Unterlagen sind wir als Landesregierung aber zum Ergebnis gelangt, dass das vorliegende Projekt nicht genehmigt werden kann.“

Grüne: „Sieg der Vernunft“

Südtirols Grüne begrüßen die Entscheidung der Landesregierung, sie habe in diesem Fall nach mühsamem Ringen dem Druck der Betreiber – die Oberländer Gletscherbahn AG (Anm. d. R.) – widerstanden und der Sachkompetenz der Ämter Vorrang gegeben hat.

Mit dieser Entscheidung wurde der fachlichen Ebene ebenso Rechnung getragen wie der Naturqualität und dem Entwicklungspotenzial des Tales, das sich in kurzer Zeit zu einem Modell des nachhaltigen Tourismus entwickeln könnte.

„Auch wir Grünen haben immer vor der Beeinträchtigung des Tales durch diesen Eingriff gewarnt und im Landtag mehrmals darauf hingewiesen. Die heutige Entscheidung ist ein Sieg der Vernunft, der optimistisch stimmt“, schreiben die Grünen Landtagsabgeordnete Hans Heiss, Brigitte Foppa und Riccardo Dello Sbarba.

Alpenverein, Heimatpflegeverband und Dachverband begrüßen Entscheidung

Auch der Alpenverein, Heimatpflegeverband und Dachverband für Natur- und Umweltschutz begrüßen in einer gemeinsamen Stellungnahme die Entscheidung der Landesregierung. Ausschlaggebend für die Ablehnung dürfte nicht zuletzt das eindeutig negative, ausführlich und gut begründete Gutachten des Umweltbeirates gewesen sein, schreiben die drei Organisationen.

Die heute von den Mitgliedern der Südtiroler Landesregierung getroffene Entscheidung sei daher nicht nur konsequent im Sinne der normativen Bestimmungen des Landes. Zudem schaffe die Bezugnahme auf das Gutachten einer gesetzlich vorgesehenen Expertenkommission Rechtssicherheit, indem die Entscheidungen nachvollziehbar werden.

stol

stol