Donnerstag, 07. April 2016

Landtag: "Bargeld muss erhalten bleiben"

Die Freiheitlichen haben in einem Begehrensantrag an das italienische Parlament gefordert, den Bargeldbesitz und Bargeldzahlungen als Recht der Bürger gesetzlich zu verankern. Am Donnerstag wurde dieser im Südtiroler Landtag behandelt und fand eine Mehrheit unter den Abgeordneten.

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Foto: © shutterstock

"Immer wieder wird in der EU und ihren Mitgliedsstaaten über eine Einschränkung oder sogar über ein Verbot des Bargeldverkehrs debattiert. Der Südtiroler Landtag hat heute ein klares Signal gegen Bestrebungen zur Einschränkung des Bargeldbesitzes oder der Bargeldzahlungen nach Rom gesandt. Es ist sehr erfreulich, dass unser Begehrensantrag eine breite Mehrheit unter den Landtagsabgeordneten fand", schreibt der Freiheitliche Pius Leitner. 

Die Einschränkung des Bargeldverkehrs brächte für die Bürger keine positiven, sondern viele negative Auswirkungen mit sich, erklärt Leitner weiter. Illegale Finanzaktivitäten würden mit einem Bargeldverbot nicht wirklich besser bekämpft werden können. Dafür hätte ein bargeldloses Finanzsystem zur Folge, dass die Ersparnisse der Bürger ausnahmslos in Form von elektronischem Buchgeld auf den Banken liegen würden. "Die Bürger wären somit den Banken völlig ausgeliefert. Zudem könnte der Geldverkehr von jedem überall und jederzeit überwacht werden."

Es seien ohnehin nur sehr wenige für eine Abschaffung des Bargeldes, meinte auch der Freiheitliche Walter Blaas bei seiner Stellungnahme im Landtag. Vor allem Ältere würden sich damit schwertun. Spontane Aktionen wie etwa das Trinkgeld für das Enkelkind wären nicht mehr möglich. 

Und auch Dieter Steger von der SVP war der Meinung, dass Bargeldverwendung ein Bürgerrecht sei. Steger sei für die Weiterentwicklung der elektronischen Zahlungssysteme, aber die Wahlfreiheit müsse den Bürgern bleiben. Die Entwicklung Richtung digitales Zahlen sei in Italien von Monti eingeleitet worden, der aus der Bankenwelt komme. Den größten Betrug am Fiskus gebe es heute mit weltweiten digitalen Transaktionen. Er werde daher den Antrag unterstützen, aber mit der Präzisierung, dass man weitere Einschränkungen verhindern wolle. Der derzeitige Level sei genug.

stol

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