Die Idee stamme aus Deutschland, erklärte Sigmar Stocker am Mittwoch im Landtag. An einer solchen Stelle sollten Beschwerden der Bürger über die Bürokratie entgegengenommen werden, aber auch ihre Vorschläge. Diese Anlaufstelle sei ähnlich zu sehen wie die Schuldnerberatung der Caritas oder die Verbraucherzentrale.Ein interessanter Vorschlag, meinte Brigitte Foppa (Grüne), aber für Beschwerden gebe es bereits die Volksanwaltschaft, während Vorschläge bei jedem Amt abgegeben werden könnten. Die Grünen würden zusammen mit der "5 stelle"-Bewegung einen entsprechenden Gesetzentwurf vorlegen.Es sei vor allem ein italienisches Problem, meinte Dieter Steger (SVP), der einen Vergleich mit Österreich und Deutschland zog.Er unterstütze das Anliegen des Antrags, sei aber gegen neue Strukturen. Es wäre besser, das Problem mit einer bestehenden Einrichtung anzugehen. Steger erinnerte daran, dass der Bürokratieabbau in dieser Landesregierung ein eigenes Aufgabengebiet sei, das LR Waltraud Deeg anvertraut wurde.Bürokratieabbau müsse in erster Linie gesetzlich geregelt werden, erklärte Paul Köllensperger (5 Sterne Bewegung). Er sei gespannt auf die Vorstellungen von Landesrätin Waltraud Deeg. Er plädierte gegen die Schaffung einer neuen Struktur.Der angekündigte Bürokratieabbau sei bisher noch nie angekommen, bemerkte Eva Klotz (Süd-Tiroler Freiheit). Die Bürokratie gehe hierzulande vor allem auf den Staat zurück. Eine reine Beratung werde nicht genügen, um das Problem anzugehen.Laut Andreas Pöder (BürgerUnion) braucht es eine Sammelstelle für Beschwerden und Vorschläge. Denn die Verwaltung sei naturgemäß eher resistent gegen einen Bürokratieabbau. Auch ein Gesetz sei alleine nicht genug, es werde mehrere Maßnahmen brauchen.Elena Artioli (Team Autonomie) unterstützte den Antrag. Bei einer Tagung habe sich eine Beamte kürzlich gegen einen Bürokratieabbau ausgesprochen, da es sonst weniger Arbeitsplätze in der Verwaltung gebe. Die Verwaltung müsse den Unternehmen helfen, denn diese würden Arbeitsplätze schaffen.Die Verantwortung für den Bürokratieabbau könne sie nicht alleine übernehmen, erklärte Landesrätin Deeg, es werde die Zusammenarbeit vieler brauchen.Die Landesregierung sei für eine solche Anlaufstelle, die sie bereits vorgeschlagen habe. Für den Bürokratieabbau brauche es ein Gesamtkonzept, zu der auch genannte Anlaufstelle gehöre. Diese sollte aber nicht außerhalb der Landesverwaltung angesiedelt werden, sondern bei der Generaldirektion.Es stimme aber nicht, dass bisher nichts getan worden sei. Das Standardkostenmodell etwa sei bereits in vier Abteilungen eingeführt worden.In den Reformprozess wolle man alle einbinden, Verwaltung, Bürger, Vereine. Man könne auch an eine Onlineplattform denken, bei der sich jeder Bürger melden könne. Ein einzelnes Gesetz werde das Problem nicht lösen können, es brauche ein Gesamtpaket, das auch einen Vorabcheck der Gesetze mit einbeziehe. Der beschließende Teil des Antrags wurde schließlich mit 28 Ja-Stimmen und vier Gegenstimmen genehmigt.