Donnerstag, 04. Juli 2019

Landtag beschließt: Südtirol soll wolfsfrei werden

Der von den Bauernvertretern der SVP Fraktion – Franz Locher, Sepp Noggler und Manfred Vallazza – gemeinsam eingereichte Beschlussantrag „Südtirols sensible Gebiete wolfsfrei halten“ wurde mehrheitlich angenommen.

Das Land soll Kompetenzen erhalten, um autonom den Wolfsbestand zu regulieren und eigenmächtig über Entnahmen von Wölfen und Hybriden zu entscheiden
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Das Land soll Kompetenzen erhalten, um autonom den Wolfsbestand zu regulieren und eigenmächtig über Entnahmen von Wölfen und Hybriden zu entscheiden - Foto: © shutterstock

Am Donnerstag wurde der von den SVP-Bauernvertretern eingebrachte Beschlussantrag „Südtirols sensible Gebiete wolfsfrei halten“, im Landtag behandelt und von der Mehrheit der Abgeordneten mitgetragen. Gefordert wird darin, dass das Berg- und Almgebiet als sensibles Gebiet eingestuft wird. Als Nächstes soll ein Managementplan erarbeitet werden, der die Vorgehensweise festschreibt, um sensible Gebiete frei vom Wolf zu halten.

Hierzu soll das Land Kompetenzen erhalten, um autonom den Wolfsbestand zu regulieren und eigenmächtig über Entnahmen von Wölfen und Hybriden zu entscheiden.  „Vieh- und Almwirtschaft ist Teil unserer gelebten Tradition und unverzichtbar, um die Landschaft und die Artenvielfalt, so wie wir diese kennen, auch weiterhin zu erhalten“, argumentiert Noggler. Maßnahmen, um das Problem des Wolftreibens in Südtirol in den Griff zu bekommen seien überfällig.

Zu viele Schäden

Schon jetzt seien vom Wolf zu viele Schäden durch Risse zum Leid der betroffenen Bauern verursacht worden.  „Daher fordern wir die Landesregierung auf, dafür zu sorgen, dass die Berggebiete und insbesondere die Almen geschützt werden“, sagt Locher. Ebenso Vallazza zeigt sich zufrieden: „Das Abstimmungsergebnis fassen wir Vertreter des Bauernstandes als Bestätigung auf, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen“.

Den Bauernvertretern sei bewusst, dass der Wirkungsbereich der EU-Habitat-Richtlinie die Sachlage schwierig gestalte. Dennoch dürfe nichts unversucht bleiben, um die Tiere der Bauern zu schützen und eine Lösung anzustreben. Wichtig sei es daher, das Südtiroler Gebiet zur sensiblen Zone zu erklären.

Bauernbund: „Wichtiges Signal für die Berglandwirtschaft“

 Als wichtiges Signal für den Erhalt der Alm- und Berglandwirtschaft begrüßt der Südtiroler Bauernbund den heute vom Südtiroler Landtag mit breiter Mehrheit angenommenen Beschlussantrag für wolffreie Gebiete.

„Mit dem Beschlussantrag hat der Landtag den Wert der bäuerlich bewirtschafteten Berg- und Almgebiete für das ganze Land unterstrichen und zudem festgehalten, dass diese Gebiete frei von Wölfen gehalten werden müssen, damit sie weiterhin ihre wichtige Funktion für die Berglandwirtschaft, den Erhalt der Artenvielfalt und das Landschaftsbild leisten können“, erklärt Bauernbund-Direktor Siegfried Rinner.

Der Bauernbund dankt den drei bäuerlichen Abgeordneten für die Einbringung des Beschlussantrags sowie allen Abgeordneten von Mehrheit und Opposition, die für die Annahme des Antrags gestimmt haben.

Der Beschlussantrag soll nach Wunsch des Bauernbundes nun neuen Schwung in die ungelöste Wolfsthematik bringen: „Wir hoffen, dass die Landesregierung und die Südtiroler Abgeordneten die Gespräche in Rom mit neuer Kraft aufnehmen, mit dem Ziel, konkrete Schritte für die Freihaltung der Südtiroler Berg- und Almgebiete von Wölfen zu erreichen.“

stol

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