Mittwoch, 17. Januar 2018

Landtag fordert strikte Managementpläne für Wolf und Bär

Bei der Landtagssitzung am Mittwoch waren auch Wolf und Bär wieder ein Thema. Abgeordnete der SVP forderten strikte Managementpläne zu senken und Strafrechtsbestimmungen zu präzisieren.

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Foto: © D

Die Einbringer, die Landtagsabgeordneten Sepp Noggler, Oswald Schiefer, Dieter Steger und Albert Wurzer (alle SVP), hatten beantragt, das Parlament aufzufordern, alle Möglichkeiten innerhalb des EU-Rechts zu nutzen, um die geregelte Jagd auf Wolf und Bär in den Bergregionen vorzusehen, um somit den Fokus auf das Fortbestehen der Berglandwirtschaft zu legen.

„Es ist notwendig, den Schutzstatus der Großraubtiere auf ein Maß zu senken, welches das Fortbestehen der Bewirtschaftungsformen im Berggebieten gewährleistet und auch künftige Entwicklungen ermöglicht”, erklärte SeppNoggler als einer der Antragssteller.

Dem Antrag fehle das Wichtigste, meinte Sven Knoll(Süd-Tiroler Freiheit), die Forderung, das italienische Gesetz zu ändern. 

Der Antrag sei gegen die Logik der EU-Schutzbestimmung, meinte Riccardo Dello Sbarba (Grüne). Ziel der Bestimmung sei die Koexistenz von Mensch und Großraubwild, nicht die Ausrottung des Letzteren.

Maria Hochgruber Kuenzer (SVP) unterstützte den Antrag hingegen vollinhaltlich. Wichtig wäre es, die autonome Zuständigkeit zu diesem Thema zu erhalten. Sie habe nicht gegen die Unterschutzstellung, aber die Rudelbildung und die Schäden hätten dramatisch zugenommen.

Auch Sigmar Stocker (Freiheitliche) kündigte Zustimmung an. Die Stadtbevölkerung sei nicht sensibel für die Belange der Bergbauern, wenn Wölfe in den Städten auftreten würden, würde sie anders denken.

Brigitte Foppa (Grüne) fand die Debatte irrational, die eine Unfähigkeit zeige, mit einer Gefahr umzugehen. Mit Giftschlangen könne man inzwischen umgehen, sie würden nicht mehr ausgerottet. Bei Großraubtieren kehre man wieder zu dieser Mentalität zurück.

Kein Wunder, dass die EU immer mehr an Akzeptanz verliere, meinte Bernhard Zimmerhofer (STF). Jungtiere auf der Alm hätten keine Chance gegen Wolf und Bär, man sei gezwungen, die Alm aufzulassen. Man müsse sich entscheiden, ob man ein Naturreservat für Wildtiere oder eine Kulturlandschaft haben wolle.

Hans Heiss (Grüne) fand, am meisten gejagt werde bei diesem Thema die Landesregierung, die einem medialen Druck ausgesetzt sei, der jedes vertretbare Maß überstiegen habe. Die Bärenproblematik habe sich seit 2010 deutlich abgemildert, die Schäden seien in einem erträglichen Rahmen geblieben. Wölfe seien in Südtirol noch nicht ansässig, es seien einige „Gastarbeiter“ unterwegs, die aber eine überschaubare Zahl von Schafen gerissen hätten. Die Schafhaltung hingegen habe in den letzten Jahren deutlich zugenommen.

Wolf und Kohlrabe seien die anpassungsfähigsten Tiere der Welt, meinte LR Arnold Schuler. Seit der letzten Ausrottung der Wölfe im Alpenraum habe sich der Konflikt verschärft, weil der Mensch mehr Flächen besiedelt habe. Zum Artenschutz gehöre ein gewisses Gleichgewicht, und dazu trage auch die Jagd bei.

Die EU-Richtlinie erlaube auch die Schutzjagd, erklärte LH Arno Kompatscher, andere Länder hätten dies auch übernommen, Italien nicht. Die möglichen Managementsysteme reichten von Schutzmaßnahmen über Sensibilisierungkampagnen bis zur geregelten Entnahme. Es wäre angebracht, den Wolf in der Kategorie der geschützten Tiere herabzustufen, er habe einen Zuwachs von bis zu einem Drittel im Jahr. Man wolle keine Panik erzeugen, aber die Entwicklung gehe hin zu einem verschärften Konflikt.

Der Antrag wurde mit 23 Ja, 3 Nein bei 1 Enthaltung angenommen.

stol

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