Nach teils heftigen Diskussionen am Freitag zwischen Landtagabgeordneten und Nachwehen beantragte die SVP am frühen Abend eine Nachtsitzung, um die Artikeldebatte zu beginnen und das Gesetz verabschieden zu können.Obwohl die Opposition eine Nachtsitzung ablehnte, setzte sich die Mehrheit im Landtag damit durch. Bei der Sitzung, die um 20 Uhr begann, hatte dann allerdings die Opposition die Oberhand.Die Sitzung wurde um 1.35 Uhr wegen harter Obstruktion von Teilen der Opposition abgebrochen, die eine Geheimabstimmung bei einigen der 37 Abänderungsanträge, teilweise auch bei einzelnen Absätzen, beantragt hatte. Laut Landtagspräsident Mauro Minniti, der seit 1994 Mitglied des Landtags ist, war dies die bisher härteste Form von Obstruktion im Landtag.Alleine die Abstimmung über die Abänderungsanträge zu Artikel 1 des Gesetzentwurfes dauerte von 22.30 bis 1.30 Uhr.Alle Anträge der Opposition wurden abgelehnt. Angenommen wurde nur ein Antrag von Landesrat Bizzo, der die Verfassungsprinzipien von Gleichheit und Religionsfreiheit in den Grundsätzen des Gesetzes verankert.Leitner: „Theiner hat uns beleidigt“In der anschließenden Debatte zum Artikel erklärte Pius Leitner den Grund für das Abstimmungsverhalten: Der Vorwurf von Landesrat Richard Theiner an die Freiheitlichen, sie würden behindertenfeindliche Parolen verbreiten, und das, nachdem er präzisiert habe, dass mit dem beanstandeten Antrag nicht die Behinderten gemeint seien.Damit beleidige man eine ganze Wählerschicht, und das könne man sich nicht gefallen lassen. Er hätte sich von Theiner eine Entschuldigung erwartet.Thomas Egger bezweifelte, dass dieses Gesetz die Probleme der Einwanderung lösen könne.Richard Theiner wunderte sich über den Protest Leitners. In Seinem Antrag habe er geschrieben, es müsse verhindert werden, dass im Zusammenhang mit der Familienzusammenführung keine kranken Personen nachgeholt werden. Er selbst hätte beleidigt sein können, als Ulli Mair, die SVP-Vertreter als korrupt bezeichnet habe, woraufhin Ulli Mair präzisierte, sie habe “moralisch korrupt” gesagt.Art. 1 wurde schließlich mit 17 Ja-Stimmen, zehn Gegenstimmen und drei Enthaltungen genehmigt.SVP-Fraktionssprecher Elmar Pichler Rolle erklärte anschließend, er bedauerte dass es zu diesen Verzögerungen gekommen sei. Man sei nun aber übereingekommen, dass es bei der nächsten Sitzung nicht mehr zu Verzögerungen komme. Auf seinen Antrag hin beendete Präsident Minniti um 1.35 Uhr die Sitzung.Der Landtag tritt am 4. Oktober wieder zusammen.rb