Der notwendige Sprachgruppenwechsel an der Landtagsspitze ging gestern reibungsloser über die Bühne als die Wahlen zu Beginn der Legislatur: Präsident und Vize wurden jeweils im ersten Wahlgang gewählt. Dennoch scheint der Mehrheit eine Stimme für Neo-Präsident Angelo Gennaccaro „verloren“ gegangen zu sein. <BR /><BR />Die Wahlen zum Landtagspräsidenten und seinem Stellvertreter sind geheim. Dennoch hatten schon im Vorfeld Mandatare sich bemüßigt gefühlt, ihre Entscheidung kundzutun. Andreas Colli (Wir Bürger) kündigte seine Stimme für den Mehrheitskandidaten Angelo Gennaccaro an – und Waltraud Deeg (SVP) wollte an der Abstimmung erst gar nicht teilnehmen, weil sie verärgert war über „die Nichtabsprachen in der Fraktion“. Sie erwarte über eine solche Entscheidung Transparenz und Ehrlichkeit sowie eine offene Diskussion in ihrer Partei.<BR /><BR />Grund genug für die SVP-Fraktion , intern noch vor Sitzungsbeginn einen Versuch zu unternehmen, die Reihen zu schließen. Dort soll Deeg wiederholt haben, sie werde nicht teilnehmen. Als ihr Name beim ersten Durchgang zur Wahl des Landtagspräsidenten aufgerufen wurde, ging sie doch zur Wahlkabine – und in der Partei rieb man sich die Augen. Insbesondere als Deeg dort ihren Stimmzettel Präsidialsekretär Franz Locher – offen ersichtlich für alle – vorzeigte. <h3> Opposition protestierte und die Wahl musste wiederholt werden</h3>Die Opposition protestierte und die Wahl musste wiederholt werden. Der zweite Anlauf lief korrekt ab. Resultat: 18 Stimmen für Gennaccaro, 16 für den Gegenkandidaten der Opposition, Sandro Repetto – und ein weißer Abstimmungszettel. Bei 18 Abgeordneten der Mehrheit und einer angekündigten Stimme aus der Opposition (Colli) hätte man aber auf 19 Stimmen kommen müssen. <BR /><BR /> Colli will wie angekündigt mit der Mehrheit gestimmt haben – und auch Waltraud Deeg beteuert, sie sei es nicht gewesen. Sie habe schon in der Fraktion gesagt, sie werde die Wahl nicht gefährden. Um sicherzugehen und die Dynamik in der Aula beobachtend, habe sie dann im Sinne einer sicheren Wahl teilgenommen.<BR /><BR />Wer schlussendlich weiß abgegeben hat, bleibt Spekulation. Gennaccaro selber war es nicht. Bei der Wahl von Arnold Schuler zum Vize war es Brigitte Foppa, die trotz geheimer Wahl für die gesamte Grüne Fraktion die Unterstützung für Schuler vor der Abstimmung in der Aula bekannt gab. Ein Gegenkandidat wurde von der Opposition erst gar keiner aufgestellt. Auf Schuler entfielen letztlich 26 der möglichen 35 Stimmen – und damit (mindestens) acht von der Opposition.