„Da ich mich derzeit aus Studiengründen im Ausland aufhalte, habe ich mich im Voraus zur Briefwahl angemeldet. Leider habe ich nie Post erhalten“, ärgert sich Anna* (Name der Redaktion bekannt). Auf Nachfrage habe sie vom Land die Trackingnummer des Briefes an sie angegeben, anhand der man nachvollziehen kann, wo sich dieser befindet. Wie sich herausstellte, hatte die örtliche Post den Brief nicht zugestellt, den Stimmzettel einfach ans Land zurückgeschickt.<BR /><BR />Die Studentin ist bei Weitem kein Einzelfall. „Es haben sich zahlreiche Südtiroler, die den Antrag auf Briefwahl gestellt hatten, bei uns gemeldet und mitgeteilt, dass sie ihren Stimmzettel nicht erhalten hätten“, sagt Andrea Tezzele, Direktor des Amtes für institutionelle Angelegenheiten. Wie viele genau, könne er nicht beziffern. „Aber mehrere“, so Tezzele. <h3> Ursachen für Nicht-Zustellung vielfältig</h3>Die Ursachen, warum die Post die Stimmzettel nicht zugestellt hat, seien laut Tezzele vielfältig. „Da gibt es Fälle, in denen das Namensschild der Antragsteller an der Türklingel fehlt, andere wiederum befanden sich zum Zeitpunkt der Zustellung aus Studien-, Arbeits- oder Urlaubsgründen nicht an der im Antrag angegebenen Wohnadresse und konnten die Post nicht entgegennehmen“, so der Amtsdirektor. In anderen Fällen wiederum seien die Antragsteller umgezogen, hätten dies aber nicht wie vorgesehen der italienischen Botschaft und ihrer Heimatgemeinde mitgeteilt. Auch in solchen Fällen sei der Brief nicht zugestellt worden. <h3> Mit Bestätigung Wahl in Heimat möglich</h3>„Wer eine Bestätigung der Postgesellschaft vorlegen kann, die bestätigt, dass die Nicht-Zustellung des Stimmzettels auf deren Kappe geht, für den schicken wir ans Regierungskommissariat und an dessen Heimatgemeinde eine Empfehlung, den Betreffenden oder die Betreffende in die Wählerliste aufzunehmen“, erklärt Tezzele. Damit können dann jene, bei denen es mit der Briefwahl nicht geklappt hat, am Sonntag in ihrer Heimatgemeinde direkt zur Wahl gehen. Eine Entschädigung für die Fahrt zur Wahl direkt im Heimatort wie zu früheren Zeiten gibt's dafür allerdings nicht.<h3> Zahl der Briefwähler wie vor 5 Jahren</h3>11.000 Stimmzettel von Briefwählern sind bislang in der Wahlzentrale in Bozen eingetroffen. Damit bewege sich die Zahl der Briefwähler laut Tezzele in etwa auf demselben Niveau wie bei den Landtagswahlen vor 5 Jahren. Bis Freitag dürften noch einige Stimmzettel mehr in Bozen einlangen. Ausgezählt werden diese Stimmen dann am Sonntag – nachdem die Wahllokale ihre Türen geschlossen haben.