Morgens um 9 Uhr rieb sich am Mittwoch gar mancher die Augen: Massimo Bessone und Luis Durnwalder lächeln in einem Video in die Kamera. Bei einem Kaffee bescheinigt der Ex-Landeshauptmann dem Lega-Landesrat, 5 Jahre den Leuten zugehört und dann gute Arbeit geleistet statt „herum philosophiert“ zu haben, weshalb er sicher ein gutes Wahlergebnis einfahren werde.<BR /><BR />„Ich habe nicht gesagt, die Leute sollen Lega wählen“, so Durnwalder. Da man Bessone in seiner Partei an den „Rand drängen“ wolle, „weil er zu viel mit der SVP packle“, habe er ihm gerne gute Zusammenarbeit und ein offenes Ohr für alle Bürger vom Vinschgau bis Ahrntal bescheinigt. „Und dazu stehe ich.“<BR /><BR /><embed id="dtext86-61790807_quote" /><BR /><BR />Für die SVP macht er dies und mehr. „20 Kandidaten haben mich um ein Foto gebeten. Die mache ich mit jedem Touristen, da würde es grad noch fehlen, dass ich mich von meiner eigenen Partei distanziere“, so Durnwalder. Für 6 oder 7 Kandidaten gab er auch ein Wortspende ab. Für den Unterlandler Manfred Mayr und den Wipptaler Christian Egartner (auch in einem Radiospot), weil „die kleinen Bezirke auch ein Recht auf einen Vertreter im Landtag“ hätten. Unter dem Motto „Einen starken Luis im Landtag“ tritt Durnwalder für Luis Walcher ein. „Ich kämpfe für Bürgernähe und Entscheidungsfreude. Da steht Durnwalder wie kein anderer da und er kommt immer noch sehr gut bei den Leuten an“, sagt Walcher. Auch dem Lananer Bürgermeister Harald Stauder bescheinigt der Luis, der „richtige Mann für den Landtag“ zu sein. <h3> Aufruf für den SVP-Obmann</h3>Und Durnwalder hat mit Ex-Obmann Roland Riz, Monica Amonn, Ex-Landesrat Florian Mussner, SVP-Urgestein Margareth Greif und Paula Bacher einen Aufruf für Philipp Achammer in einem Brief an alle SVP-Mitglieder unterzeichnet. „Wir brauchen eine starke Partei, und es ist wichtig, dass der Obmann gut dasteht“, sagt Durnwalder.<BR /><BR />Im Brief wird Achammer „unermüdlicher Einsatz für den Zusammenhalt“ der SVP bescheinigt. Gelungen ist dies nicht. Thomas Widmann tritt mit seiner Liste an und wirbt mit einem alten Foto mit Durnwalder bei Inbetriebnahme der Vinschger Bahn. „Nicht, weil früher alles besser war, sondern weil sich letzthin nicht vieles zum Besseren gewendet“ habe, so Widmann. Seine Liste sei „keine Bedrohung“, sondern Chance auf eine breite Mehrheit in der politischen Mitte.<h3> Widmann eingemeinden nicht ausschließen</h3>„Auf Fotos mit mir gibt es kein Patent. Widmann war damals Landesrat und zwar ein guter“, sagt Durnwalder. Er sei mit Widmann befreundet. „Und ich wüsste nicht, warum ich streiten sollte, weil er aufgrund seiner persönlichen Erfahrung jetzt eigene Wege geht.“ <BR /><BR />„Meine Heimat ist die Volkspartei“, so Durnwalder. Trotzdem hätte man Widmann „nicht rauswerfen“ dürfen und sollte ihn nicht „wie einen Aussätzigen“ betrachten. „Gegner legt man auf die Seite, aber man wirft sie nicht weg, denn man weiß nie, ob man sie braucht.“<BR /><BR />Keiner sagt es laut: Da Arno Kompatscher mandatsbeschränkt ist, gibt es in 5 Jahren zwangsläufig einen Landeshauptmann-Wechsel. Widmann ist dann 69, ob er erneut antritt, ist fraglich. Strategischer für die SVP wäre eingemeinden statt ausschließen. <BR />