Donnerstag, 03. November 2016

Landwirtschaft: Südtiroler und Nordtiroler Landesrat treffen sich

Am Donnerstag sind in Bozen Arnold Schuler und Josef Geisler zusammengetroffen. Das Treffen der Landwirtschaftslandesräte zeige, so die beiden, dass die Euregio gerade in der Landwirtschaft gelebt werde - und betonten, dass die Probleme bezüglich Milchpreis und Viehimport wesentlich kleiner seien, als dargestellt.

Über Milchpreise und Viehimporte sprachen am Donnerstag Arnold Schuler und Josef Geisler.
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Über Milchpreise und Viehimporte sprachen am Donnerstag Arnold Schuler und Josef Geisler.

Es waren mediale Berichte über Milchpreise und Viehimporte, die die beiden Landwirtschaftslandesräte dazu bewogen hatten, sich kurzfristig in Bozen zu treffen, schreibt das Landespresseamt am Abend in einer Aussendung. Schuler und Geisler sprachen bei ihrem Treffen über diese Sachlagen und die Zusammenarbeit der beiden Länder im Bereich der Landwirtschaft. 

Nordtiroler Bauern fürchten um Rinderexporte

Südtirols größter Milchhof, die Genossenschaft Mila/Bergmilch hat beschlossen, Bauern nur mehr dann den vollen Milchpreis auszuzahlen, wenn der Anteil der importierten Kühe kleiner als zehn Prozent ist. Die Nordtiroler Viehzüchter fürchten daher um ihre Rinderexporte nach Südtirol, hält das Landespresseamt in seiner Aussendung fest.

Schuler versteht Aufregung nicht

"Meinem Tiroler Kollegen und mir war dieses Thema bereits seit Frühjahr bekannt, dass es nun für solch hohe Wellen sorgt, ist für uns beide unverständlich", so Landesrat Arnold Schuler, der auch eine Erklärung dazu liefert: "Der Milchpreis wird nur dann reduziert, wenn ein Bauer überdurchschnittlich viel Milch produziert und Vieh nach Südtirol importiert hat."

Schuler ist aber davon überzeugt, dass Südtirols Bauern nachhaltig denken und handeln: "Daher wurde die Maßnahme der Bergmilch bis jetzt nicht angewandt." Auch die neuesten Importzahlen von Kühen und Kälber zeigten einen ähnlichen Verlauf wie im Vorjahr, und somit dürfte sich am Sachverhalt wenig ändern, so Landesrat Schuler.  

Geisler: "Milchmenge in Europa fällt"

Für Nordtirols Landesrat Geisler wird sich das Problem von alleine lösen, da die Milchanlieferungen zurückgegangen sind. "Die Milchmenge in Europa und auf der Welt fällt. Der Markt funktioniert und hat reagiert", sagte Geisler bei seinem heutigen Zusammentreffen zu Landesrat Schuler. Neben der Mengenreduzierung durch die Milcherzeuger wegen niedriger Preise führte er das saisonal niedrigere Milchaufkommen als weiteren Grund an.

Schuler fordert bessere Abstimmung

Landesrat Schuler verwies bei dem heutigen Zusammenkommen darauf, dass gerade in der Landwirtschaft die Europaregion gelebt werde. So liefern derzeit österreichische Bauern mehr als elf Millionen Kilogramm Milch an den Milchhof Sterzing.

Mit Trient arbeitet Südtirol in der Obstvermarktung (VOG-Products) seit längerer Zeit erfolgreich zusammen. Um die Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft in der Europaregion zu verbessern, sei allerdings eine bessere Abstimmung auch auf politischer Ebene gefragt.

Dazu werden noch im November Treffen zwischen Tirol und Südtirol stattfinden. Anfang Dezember findet auf Initiative von Landesrat Schuler ein weiteres Treffen zum Thema Zusammenarbeit im Bereich der Forschung zwischen den Alpenländern in Wels in Oberösterreich statt. 

lpa/stol

stol