Die Lega Nord distanziert sich vom Angriff gegen die einstige Kolonialmacht, mit der die Regierung Berlusconi erst vor zweieinhalb Jahren einen Freundschaftspakt abgeschlossen hatte. Die Partei von Umberto Bossi will dem Parlament eine Vier-Punkte-Resolution vorlegen, über die das Parlament abstimmen muss.Laut dem Dokument soll sich Italien verpflichten, die mit Libyen abgeschlossene Abkommen bezüglich der Öl- und Gaslieferungen zu respektieren. Außerdem soll sich jedes Land der „Koalition der Willigen“ verpflichten, eine gewisse Zahl von Flüchtlingen im Verhältnis zu seiner Größe aufzunehmen. Die von den Alliierten eingesetzten Kriegsschiffe sollen auch Flüchtlingsboote zurückweisen, erklärte der Minister der Lega Nord, Roberto Calderoli. Italien müsse sich hinzu strikt an die UNO-Resolution halten. Die politische Linie der Lega Nord ähnle der umsichtigen Position, die Deutschland bisher eingenommen habe, betonte Calderoli.Staatspräsident Giorgio Napolitano meinte, Italien beteilige sich an einer Mission, die im Einklang mit der internationalen Gemeinschaft beschlossen worden sei. „Wir nehmen an einer Aktion teil, die vom UNO-Sicherheitsrat genehmigt worden ist“, erklärte Napolitano.Regierungschef Silvio Berlusconi hat im Streit um die Führungsrolle im Libyen-Einsatz verlangt, das Kommando der Operationen der NATO zu übertragen. Die Koordinierung müsse anders aussehen als sie sich bis zur Stunde darstelle, sagte Berlusconi am Montagabend in Turin. Die NATO hat sich zunächst nicht auf eine Rolle in dem Einsatz gegen Gaddafi verständigen können. Der von Frankreich geführten „Koalition der Willigen“ gegen Gaddafi gehört auch Italien an. „Unsere Militärmaschinen schießen aber nicht und werden auch nicht schießen“, erklärte Berlusconi. apa