Die Gruppierung, die seit dem Bruch ihrer Allianz mit Ex-Premier Silvio Berlusconi, Opposition zur Expertenregierung von Mario Monti führt, wird bei ihrem Kongress Ende Juni beschließen, ob sie das Parlament in Rom verlassen wird, erklärte Ex-Innenminister Roberto Maroni, der seit dem Rücktritt von Parteigründer Umberto Bossi im April die Gruppierung leitet.Maroni kündigte neue Initiativen an, um konkrete Lösungen für die Probleme Norditaliens zu finden. „Wir müssen unser politisches Programm erneuern, um wieder den Konsens zurückzugewinnen, den wir bei diesen Wahlen verloren haben. Wir stehen vor einer großen Herausforderung im Hinblick auf die Parlamentswahlen im kommenden Jahr“, sagte Maroni.Eine weitere schwere Niederlage nach jener, die sie bereits beim ersten Wahlgang erlitten hatte, musste die Lega Nord bei den Stichwahlen am vergangenen Sonntag und Montag hinnehmen. Von den sieben Lega-Kandidaten, die in der Lombardei und in Veneto in die Stichwahl gegangen waren, setzte sich kein einziger durch. Maroni machte die Justizermittlungen gegen Bossi wegen Veruntreuung von Parteigeldern für das enttäuschende Wahlergebnis verantwortlich.„Ich suche aber nach keinen Entschuldigungen. Wir müssen begreifen, warum die Wähler uns nicht wie in der Vergangenheit ihr Vertrauen geschenkt haben“, kommentierte Maroni.Der Präsident der Region Veneto und Spitzenpolitiker der Lega, Luca Zaia, forderte einen radikalen Wandel in der Partei. Die Lega brauche einen neuen, prestigereichen Parteichef anstelle Bossis. Er hoffe auf die Wahl von Ex-Innenminister Roberto Maroni zum neuen Vorsitzenden, meinte Zaia. Der Skandal um veruntreute Parteigelder, die vor einem Monat zum Rücktritt Bossis geführt hatte, hat das Ansehen der Gruppierung stark angekratzt. Seit vergangener Woche laufen gegen Bossi Justizermittlungen wegen Betrugs.apa