Das Verbot soll so lange gelten, bis ein Abkommen zwischen dem italienischen Staat und dem Verband der islamischen Gemeinschaften über die Regeln abgeschlossen wird, nach denen Moscheen in Italien entstehen sollen. Der Gesetzentwurf sieht außerdem die Einführung eines Registers für Imame vor.Der Entwurf basiert auf Artikel 8 der italienischen Verfassung, nach dem die Beziehungen zwischen Staat und religiösen Gruppen aufgrund von Abkommen geregelt werden sollen. „Das Prinzip der Religionsfreiheit wird nicht infrage gestellt. Man muss aber den Bau religiöser Gebäude regeln, die das Territorium stark prägen“, betonte der Vize-Fraktionschef der Lega im Senat, Sandro Mazzatorta, Verfasser des Gesetzentwurfs.Der Senator der Lega warnte vor der Gefahr, dass in den Moscheen fundamentalistische Propaganda betrieben werde. „Regeln sind absolut notwendig für Gemeinschaften, die eine kulturelle und religiöse Identität bewahren wollen, wenn diese unserer eigenen widerspricht“, meinte Mazzatorta.Die italienische Bischofskonferenz CEI ist grundsätzlich nicht gegen den Bau von Moscheen. „Es besteht ein fundamentales Recht zur Religionsfreiheit. Moscheen sind nicht nur ein Ort für Gebete, sondern ein sozialer und kultureller Treffpunkt, der den Bedürfnissen der islamischen Gemeinschaft entspricht. Wichtig ist jedoch, dass die Aktivitäten in den Moscheen nicht der Verfassung und den italienischen Gesetzen widersprechen“, erklärte CEI-Generalsekretär, Bischof Mariano Crociata. Der römische Bürgermeister Gianni Alemanno meinte, man solle den Dialog mit anderen Religionen offen halten. „Wer eine starke Identität hat, befürchtet den friedlichen und offenen Dialog mit den anderen nicht“, kommentierte Alemanno. In Rom wurde 1995 Europas größte Moschee eingeweiht.Der Bau einer Moschee ist zum Wahlkampfthema in Mailand aufgerückt, wo am Sonntag und Montag die Stichwahlen zwischen der Bürgermeisterin Letizia Moratti und dem Herausforderer Giuliano Pisapia geplant sind. Premier Silvio Berlusconi hatte im Wahlkampf vor Pisapias Plänen gewarnt, in der Finanzmetropole eine Moschee für islamische Einwanderer zu errichten. Auch die Lega Nord hatte vor einer Islamisierung Mailands gewarnt, sollte der Mitte-Links-Kandidat die Bürgermeisterwahlen gewinnen.apa