„Ohne Ja zu den 28 Stunden fliegt die Klassenlehrerzulage.“ Geplant wären 600 bis 800 Euro brutto für über 5.000 Klassenvorstände.<BR /><BR />Just an dem Tag, an dem der Bildungssektor 400 Euro brutto mehr monatlich auf dem Lohnzettel wiederfand, stehen die Zeichen beim nächsten Vertrag für die Staatslehrer auf Sturm.<BR /><BR />Eigentlich hätte man ein schönes Paket mit Umsetzung der staatlichen Inflation, Angleichung des Gehalts von Grundschul- an das von Mittelschullehrern, Elternzeit sowie Zulagen für Klassenvorstände und Tutoren geschnürt.<BR /><BR />Seit Wochen spießt es sich aber an der vom Land gewünschten Möglichkeit, die Unterrichtszeit von 24 auf 28 Wochenstunden zu erhöhen. „Nicht für alle, sondern freiwillig für einige wenige“, wiederholt Landesrat Achammer gebetsmühlenartig. An technischen Schulen fänden sich für vier Stunden oft keine Maschinenbauer oder Elektrotechniker. Mit der freiwilligen Mehrarbeit, die gut honoriert werde, ließen sich diese „Einzelfälle“ lösen.<BR /><BR />Um den Gewerkschaften ihre Ängste zu nehmen, wurde ein enges Korsett geschnürt: Mehrarbeit darf es nur geben, wo keine andere Lehrperson gefunden wird. Diese muss drei Jahre Berufserfahrung aufweisen. Der Lehrauftrag kann nur für ein Jahr vergeben werden. Am Freitag legte das Land nach: Um die Freiwilligkeit zu unterstreichen, kann die Mehrarbeit nur vergeben werden, wenn sie vom Lehrer beantragt wird. <BR /><BR />Das erwartete Ja blieb aus. Vielmehr lagen sich die Gewerkschaften in den Haaren, weil die UIL Unterlagen nach außen weitergeleitet hatte. „Wir müssen unsere Vorstände befragen, denn die Lehrer wollen nicht“, so Petra Nock (ASGB). Dasselbe gilt für den SGB/CISL.<BR /><BR />„Wenn sie nachdenken wollen, bitte“, so Achammer. Für das Land sei jetzt aber das Ende der Fahnenstange erreicht. „Wir haben beim Vertrag bis auf diese freiwillige Kleinigkeit gar nichts verlangt. Die 28 Stunden sind wesentlich. Kommt dazu kein Ja, fliegt die Klassenlehrerzulage.“<BR /><BR />Klarer gesagt: „Aus Fairness“ setze man die Angleichung des Gehalts von Grundschullehrern mit Hochschulabschluss an jenes der Mittelschullehrer, Elternzeit und staatliche Inflationsanpassung um. Teil zwei des Vertrags mit 4,5 Mio. Euro an Zulagen für Tutoren und Klassenvorstände aber nicht. Letztere macht laut Verhandlungsleiter Herrmann Troger 600 bis 800 Euro brutto im Jahr aus und wäre ein Anfang, da es die Zulage in den Berufsschulen schon gibt. „Ich kann nicht verstehen, wie man diese Chance sausen lassen kann, nachdem wir alle Bedenken berücksichtigt haben“, so Troger. Die anderen Gewerkschaften seien mittlerweile „Getriebene“ der UIL/SGK und der sozialen Medien.