„Unsere Reallöhne sind tatsächlich seit 30 Jahren rückläufig, der Kaufkraftverlust ist enorm“, bestätigt Petra Nock. Woran liegt das?<BR /><BR /> „Wir haben in all den Jahren niemals die richtige Inflationsanpassung erhalten, wir verdienen also im Verhältnis immer weniger“, erklärt die Gewerkschafterin. Und das setzt sich wohl auch diesmal fort. Bei den aktuellen Vertragsverhandlungen wurden den Lehrern an den staatlichen Schulen für 2024 insgesamt maximal 18 Millionen Euro für „Anpassungen“ in Aussicht gestellt. „Das klingt viel, aber das ist nichts, wenn man es auf die einzelne Lehrkraft und auf 13 Monate umrechnet“, kritisiert Nock. Zumal in der Summe auch die Rückzahlungen und künftigen Anpassungen für die vom Staat bereits im August 2022 beschlossenen neuen Elternzeit-Regelungen enthalten sind. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1066839_image" /></div> <BR /><BR />Verhandelt wird derzeit der Vertragszeitraum 2022 bis 2024, für diesen Zeitraum verortet man bei den Gewerkschaften eine Inflation von rund 15 Prozent. „Die jetzt bereitgestellten Mittel reichen ja nicht einmal für die rückwirkenden Ausgleichzahlungen, mit dieser Summe ist einfach nichts möglich“, ärgert sich Nock. Und das, so die engagierte Lehrerin, ist eben nicht nur ein Problem für das Lehrpersonal, sondern für die Gesellschaft: „Südtirols Schule ist finanziell nicht mehr konkurrenzfähig und die Lehrer laufen davon, ins Ausland oder in andere Branchen. Und junge kommen auch nicht genug nach.“ <BR /><BR />Man müsse daher alles tun, um den Lehrberuf auch finanziell wieder attraktiv zu machen. In Südtirols Schulwelt trifft der Personalmangel zudem auf immer komplexere Anforderungen, die eigentlich mehr Ressourcen bräuchten. Nock schlägt Alarm: „Es ist 5 vor 12, bevor das System kippt. Es geht um nichts weniger als um die Zukunft unserer Kinder und damit des Landes. Es ist höchste Zeit, für eine Rundum-Veränderung. Doch die gibt es sicher nicht zum Nulltarif!“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1046262_image" /></div> <BR />„Bei den Gehältern der Lehrer muss dringend nachgebessert werden“, findet der Freie Abgeordnete Andreas Leiter Reber – insbesondere nach einem Blick in den europäischen Vergleichsbericht zu den Lehrergehältern. Demnach liegt das Anfangsgehalt in Deutschland bei 4511 Euro, in der Schweiz bei 5581, in Österreich bei 3264 Euro. In Italien sind es 2025 Euro. <BR /><BR />Alarmierend sei auch das von der Südtiroler Wirtschaftszeitung ausgerechnete dicke Minus von 37,2 Prozent beim inflationsbereinigten Bruttoeinkommen im Bereich Schule und Erziehung von 1995 bis 2021. In einer Anfrage will er neben den detaillierten Zahlen auch eine Erklärung der Landesregierung, wie sie einen solchen Einkommensverlust verantworten könne. „Bei einem Haushalt von 8 Milliarden Euro muss die Landesregierung endlich liefern und attraktive Gehälter zahlen“, fordert er. Denn: Wenn wir Südtirols Bildungsqualität ernsthaft sichern wollen müssen wir auch in Bildung und Schule investieren.