Der Grund: „Zelger habe sich öffentlich gegen die Verlegung des Lidos ausgesprochen.“Die Leiferer Bürgermeisterin Liliana Di Fede hat am frühen Freitagabend ein Machtwort gesprochen und damit ihre wackelige Koalition ein weiteres Stück näher an den Abgrund manövriert.Via Pressemitteilung ließ sie verlauten, dass sie mit sofortiger Wirkung dem für den ehemaligen SVP-Vizebürgermeister Georg Forti in den Stadtrat nachgerückten Georg Zelger die Agenden entzieht.Die Entscheidung sei gefallen, nachdem sie sich mit den Parteien der Leiferer Koalition abgesprochen habe. Zelger habe sich laut Di Fede öffentlich gegen die im Koalitionsprogramm festgeschriebene Verlegung des Freibades ausgesprochen, und den Alternativvorschlag des Bauernbundes befürwortet.„Ich habe daher diese Entscheidung getroffen um eine Signal zu setzen und um zu vermeiden, dass der Stillstand der vergangenen Wochen innerhalb der Verwaltung weitergeht“, schreibt Di Fede. Die Bürgermeisterin kommt weiters auf das von den Mehrheitsparteien unterschriebene Arbeitsprogramm zu sprechen, welches nach den Problemen um die Sportzone neuerlich von allen unterzeichnet wurde.„In den vergangenen Tagen musste ich jedoch feststellen, dass für einige Mitglieder der Südtiroler Volkspartei, die von ihrer Partei getroffenen Abmachungen, offensichtlich keinen Wert haben. Ich als Bürgermeisterin sehe meine Aufgabe jedoch darin, die optimale Verwaltung der Stadt Leifers zu garantieren“, rechtfertigt Di Fede ihre Entscheidung.SVP-Ortsobmann spricht von einem AffrontUm eine Stellungnahme zum Schritt der Bürgermeisterin gebeten, sagt SVP-Ortsobmann Hans Joachim Dalsass: „Aha, hat sie die Aussendung schon geschickt.“ Inoffiziell wurde die SVP über Di Fedes Vorhaben zwar in Kenntnis gesetzt, dass sie jedoch sofort an die Presse geht, war nicht besprochen.Insofern bezeichnet Dalsass diesen Schritt als Affront. „Wie wir weiter vorgehen, muss im Ortsausschuss besprochen werden, das werde ich jetzt sicher nicht hier und jetzt entscheiden“, sagt Dalsass. „Wir werden uns beraten und dann die notwendigen Schritte setzen.“Der SVP-Ortsobmann weiß zudem davon zu berichten, dass die Bürgermeisterin gemeinsam mit den Koalitionspartnern, außer der SVP, am Donnerstagabend zu einer Sitzung zusammengetroffen ist.„Ich denke, dass im Rahmen dieses Treffens entschieden wurde diesen Schritt zu setzen. Es ist augenscheinlich, dass Di Fede von Seiten ihrer Parteikollegen stark unter Druck steht“, weiß Dalsass.Eher gelassen nahm am Freitag der Betroffene selbst die Nachricht von der offiziellen Bekanntmachung seiner „Entlassung“ entgegen.„In der Früh hat die Bürgermeisterin mir gegenüber eine Andeutung gemacht, dass sie die Absicht hegt, mich meiner Agenden zu entbinden, definitiv hat das aber nicht geklungen“, sagt Georg Zelger. Mehr wolle er zum Stand der Dinge nicht sagen, „ich möchte das erst parteiintern besprechen.“D/Michael Fink