Am heutigen Mittwoch wurde Letta in den Quirinalspalast bestellt, wo er den Auftrag erhielt, eine Regierung zu bilden. Er habe diese Einsetzung unter Vorbehalt angenommen, sagte Letta nach einem Gespräch mit Napolitano. Der in Pisa geborene Letta hat bereits Erfahrung als Minister. In Mitte-links-Regierungen bekleidete er das Amt des Europaministers (1998-1999) und Industrieministers (1999-2001).Ab Donnerstag KonsultationenDer designierte Ministerpräsident will eigenen Angaben zufolge ein „Kabinett im Dienst des Landes“ zusammenstellen.„Ich will mich in den Dienst der Italiener stellen, die seit zu langer Zeit eine Antwort auf die realen Probleme des Landes warten. Dieser Auftrag ist für mich eine Ehre aber auch eine große Last“, erklärte Letta am Mittwoch.Am Donnerstag will er Konsultationen mit allen politischen Parteien im Parlament für die Regierungsbildung starten. Danach werde er Präsident Giorgio Napolitano berichten, ob die Bedingungen für ein Kabinett unter seiner Führung vorhanden seien.„Diese Regierung wird nicht um jeden Preis entstehen, sondern nur wenn die Bedingungen für Reformen vorhanden sind“, warnte der 46-Jährige. Die italienische Politik müsse dringendst an Glaubwürdigkeit zurückgewinnen. „Die Politik hat all ihre Glaubwürdigkeit verloren. Daher werde ich mit größter Entschlossenheit arbeiten, damit mit notwendigen Reformen eine Erneuerungen in Italien möglich wird“, sagte Letta.Als Prioritäten seiner möglichen Regierung nannte Letta den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit und die soziale Ausgrenzung. Italien brauche ein neues Wahlgesetz. Die Zahl der Parlamentarier müsse reduziert werden, um dem Parlament mehr Effizienz zu verleihen. Letta erklärte außerdem, er werde sich in Europa einsetzen, damit die EU ihre Sparpolitik lockere und Ressourcen für Wachstum bereitstelle.Napolitano: „Es gibt keine Alternative für das Land“Präsident Napolitano erklärte, er habe volles Vertrauen in Letta. Trotz seines für die Verhältnisse der italienischen Politik jungen Alters habe er viel Erfahrung. Das Staatsoberhaupt rief die politischen Kräfte zur Zusammenarbeit in Hinblick auf die Bildung einer tragfähigen Regierung auf. Ein Erfolg von Lettas Bemühungen sei ein Muss. „Es gibt keine Alternative für das Land“, mahnte Napolitano. Jetzt bahne sich der Weg zu einer großen Koalition an, auf die das Land seit zu langer Zeit warte. apa