Mittwoch, 11. Dezember 2019

Letzte Umfrage vor Wahl: Schrumpfender Vorsprung für Tories

Kurz vor der Parlamentswahl am Donnerstag in Großbritannien sieht eine letzte Umfrage einen schrumpfenden Vorsprung der konservativen Tories von Premierminister Boris Johnson.

Klare Mehrheitsverhältnisse im Parlament sind unsicher.
Klare Mehrheitsverhältnisse im Parlament sind unsicher. - Foto: © APA (AFP) / BEN STANSALL

In der am Dienstagabend veröffentlichten Umfrage des Instituts YouGov sagten 43 Prozent der Teilnehmer, sie wollten für die Tories stimmen, 34 waren für die oppositionelle Labour Party.

Dies würde 339 Mandate für die Konservativen bedeuten, 20 weniger als bei der vorherigen YouGov-Umfrage von Ende November. Ende November hatte eine ähnliche Erhebung noch eine Mehrheit von 68 Abgeordneten für die Konservativen ergeben, nun sagen die Berechnungen nur noch einen Vorsprung von 28 Mandaten für die Tories voraus.

Die oppositionelle Labour Party bekäme demnach 231 Sitze und habe sich damit in der Zustimmungsrate um 20 Prozentpunkte verbessert, berichtete die Tageszeitung „The Times“ aus den YouGov-Ergebnissen.

Dennoch würde ein solches Ergebnis bei der Zahl der Unterhaus-Sitze das beste Abschneiden der Konservativen seit 1987 bedeuten, betonte YouGov. Johnson hätte damit eine ausreichende Mehrheit, um den von ihm vorangetriebenen EU-Austritt umzusetzen.

Über 100.000 Menschen befragt

Zugleich erläuterte das Meinungsforschungsinstitut, angesichts der Fehlermarge könne die Zahl der tatsächlich von den Tories gewonnenen Sitze bei 311 bis 367 liegen - ein Parlament ohne klare Mehrheitsverhältnisse sei also „absolut nicht ausgeschlossen“. Taktische Wahlentscheidungen und der jüngste Trend zugunsten von Labour könnten alles verändern.

Ein sogenanntes „hung parliament“ - eine Sitzverteilung, die keiner der beiden großen Parteien eine Regierungsbildung aus eigener Kraft ermöglicht, kann der Umfrage zufolge nicht ausgeschlossen werden. Für die Erhebung im Auftrag der „The Times“ wurden mehr als 100.000 Menschen über einen Zeitraum von 7 Tagen einschließlich Dienstag befragt. Die Ergebnisse wurden anschließend für alle Wahlkreise in Großbritannien mit Ausnahme Nordirlands entsprechend lokaler Besonderheiten in der Bevölkerungsstruktur hochgerechnet.

Johnson hatte vorgezogene Neuwahlen ausgerufen, nachdem er im Streit um den Brexit seine Mehrheit im Parlament verloren hatte. Seinen Wahlkampf konzentrierte er vor allem auf sein Versprechen, den EU-Austritt zum 31. Jänner kommenden Jahres zu vollziehen.

apa