Donnerstag, 30. März 2017

LH Kompatscher: "Die EU braucht aktive Regionen"

Von den Herausforderungen für die europäischen Regionen handelt eine Konferenz, die am heutigen Donnerstag im Innenhof des Landhauses 1 begonnen hat.

Von den Herausforderungen für die europäischen Regionen handelt eine Konferenz, die am heutigen Donnerstag im Innenhof des Landhauses 1 begonnen hat.
Badge Local
Von den Herausforderungen für die europäischen Regionen handelt eine Konferenz, die am heutigen Donnerstag im Innenhof des Landhauses 1 begonnen hat.

Die wissenschaftliche Leitung liegt in den Händen der Universität Innsbruck, Institut für Föderalismus, in Zusammenarbeit mit den Universitäten von Bozen und Trient und der Eurac.

Landeshauptmann Arno Kompatscher eröffnete als Hausherr die Tagung und wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass es sich um eine Konferenzreihe handelt, die ihren Auftakt 2014 in Schloss Prösels hatte, als die beiden Regierungschefs Matteo Renzi und Werner Faymann teilgenommen hatten.

„Es ist geplant, dass die Bedeutung der Regionen in Europa alle zwei Jahre erneut thematisiert wird“, sagte Kompatscher. „Es ist mir auch eine besondere Freude, die Rektoren der drei Universitäten von Bozen, Innsbruck und Trient hier so schön vereint anzutreffen.“

Kompatscher wies daraufhin, dass es schon seine Richtigkeit habe, dass sich ein kleines Land wie Südtirol mit Europapolitik beschäftige: „Wir sind schließlich mittendrin und jene, die es zu spüren bekommen würden, wenn Grenzen wieder hochgezogen würden – deshalb ist es wichtig, dass wir uns die Debatte wirksam einbringen“, gab der Landeshauptmann zu bedenken.

„Die Europaregion nimmt ihre Rolle wahr. Das hat auch das Treffen der Taskforce für die Bewältigung der Flüchtlingsströme gestern in Innsbruck gezeigt.“ Kompatscher ist darüber hinaus überzeugt, dass das Projekt Europa nur funktionieren kann, wenn es von der Basis, von der Gesellschaft mit Überzeugung gelebt wird.

Wie vor knapp drei Jahren in Schloss Prösels wünschte sich Kompatscher, dass diese Konferenz erneut Ergebnisse liefern möge, mit denen die Politik erfolgreich dazu beitragen kann, dem wiederaufflammenden Nationalismus in Europa zu begegnen: „Das sollte uns gerade heute, einen Tag nach dem offiziellen Beginn des Brexit, besonders bewusst werden. Wir Europäer brauchen die EU, aber auch die EU braucht aktive Regionen, die zu den Lösungen beitragen.“

Begrüßungsworte kamen auch von den drei Rektoren, Tilmann Märk (Innsbruck), Paolo Collini (Trento) und Paolo Lugli (Bozen), die alle in unterschiedlicher Weise darauf hinwiesen, welch wichtige Rolle den Bildungsinstitutionen zufalle.

Denn sie könnten gerade dazu beitragen das „kollektive Gewissen“ (Collini) besser aufzuklären und die Gesellschaft aus der Welt der Slogans herauszuführen, um sinnvolle Antworten auf die Fragen von heute zu finden.

Die wissenschaftliche Tagung, die historische, wirtschaftliche, politische, völkerrechtliche und philosophische Aspekte behandelt und deren Zielgruppe Fachleute sind, steht auch interessierten Bürgern offen. Sie läuft noch bis morgen Mittag, 31. März 2017.

lpa/stol

stol