Montag, 25. April 2016

LH: Wahlergebnis in Österreich belegt Vertrauenskrise der Politik

Die Tatsache, dass erstmals in der Geschichte der Republik Österreich kein Kandidat der regierenden Parteien den Sprung in die Stichwahl geschafft hat, ist laut Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher zum einen der Entwicklung geschuldet, dass große Koalitionen generell Zuspruch bei den Wählern verlieren. Kompatscher spricht in einer Aussendung zudem von einer allgemeinen Vertrauenskrise der Politik

Laut Landeshauptmann Arno Kompatscher hätten sich viele Österreicher einen Präsidenten als Gegengewicht zur SPÖ-ÖVP-Regierung gewünscht.
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Laut Landeshauptmann Arno Kompatscher hätten sich viele Österreicher einen Präsidenten als Gegengewicht zur SPÖ-ÖVP-Regierung gewünscht.

Laut dem Landeshauptmann tendierten Wählende generell dazu, Regierende abzuwählen und abzustrafen und in einer zunehmend komplexen Welt einfache Botschaften zu bevorzugen.  

Das Wahlergebnis der Bundespräsidentenwahl könne vor dem Hintergrund der Flüchtlingsfrage - so Landeshauptmann Kompatscher - auch dahingehend interpretiert werden, dass ein guter Teil der Österreicher sich einen Präsidenten als Gegengewicht zur herrschenden SPÖ-ÖVP-Bundesregierung wünscht.

"Das gute Abschneiden von FPÖ-Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer ist sicher in direktem Zusammenhang mit der besonderen Situation der Migration zu sehen", erklärt Landeshauptmann Kompatscher, "Hofer konnte mit seiner Linie offensichtlich punkten."

Bei dieser Personenwahl sei es dem FPÖ-Kandidaten gelungen, mehr Vertrauen zu wecken als seine Mitbewerber um das Amt des Bundespräsidenten. Dennoch sei laut Kompatscher aber das Ergebnis der Stichwahlen zwischen Hofer und dem ehemaligen Grünen-Chef und unabhängigen Kandidaten Alexander Van der Bellen am 22. Mai abzuwarten.

lpa

stol