„Der Angriff erfolgte als Reaktion auf den Beschuss israelischen Territoriums durch die Hisbollah“. Die israelische Armee teilte mit, es sei ein Kommandozentrum der Hisbollah in Beirut angegriffen worden. Es seien Schritte unternommen worden, um mögliche Schäden für Zivilisten zu minimieren, einschließlich des Einsatzes von präziser Munition und Luftaufklärung.<BR /><BR />Die libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete hingegen von mindestens einem Todesopfer und vier Verletzten. Augenzeugen sagten, in dem getroffenen Gebäude habe die Hisbollah ein Büro gehabt. Aus libanesischen Kreisen hieß es, Israel habe erneut einen Kommandanten der Miliz angegriffen. Arabische Fernsehsender zeigten Bilder eines Luftangriffs in dem Gebiet. Dabei stiegen hohe Rauchwolken auf, anschließend waren auch schwerbeschädigte Gebäude und eine verwüstete Straße zu sehen. Anrainer berichteten örtlichen Medien zufolge von mindestens zwei Explosionen.<h3> Israelische Armee ruft zur Evakuierung auf</h3> <a href="https://www.stol.it/artikel/politik/israel-ruft-in-29-orten-im-suedlibanon-zur-evakuierung-auf" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Die israelische Armee hatte zuvor die Menschen in 29 Orten im Süden des Libanon dazu aufgerufen, sich wegen geplanter Angriffe in Sicherheit zu bringen</a>. Der arabischsprachige Armeesprecher Avichay Adraee gab am Sonntag im Onlinedienst X zwei aufeinanderfolgende Warnungen aus, zunächst eine für 13 Orte im Süden des Libanon, anschließend für 16 weitere Orte nördlich des Flusses Sahrani. Zuvor hatte die proiranische Hisbollah-Miliz den Norden Israels mit Sprengstoff-Drohnen angegriffen.<BR /><BR />Das israelische Militär berichtete am Sonntag über zwei Einschläge nahe der Grenze zum Libanon. Dabei sei niemand verletzt worden. Infolge der Angriffe hatten Warnsirenen in Orten an der Nordgrenze geheult. Das israelische Nachrichtenportal „ynet“ berichtete, eine Drohne sei im Bereich des Grenzorts Schlomi eingeschlagen. Israel warf der proiranischen Hisbollah-Miliz daraufhin einen Verstoß der Waffenruhe vor. Von der Hisbollah gab es zunächst keine Reaktion.<h3> Israelische Minister forderten Vergeltung</h3>Vor diesem Hintergrund hatten am Sonntag zwei israelische Minister Vergeltung für die Angriffe gefordert. „Für jede Drohne – eine Rakete. Für jeden Verstoß – Feuer. Für jede Drohne – Dahiyeh muss zittern. Für jedes Haar auf dem Kopf eines IDF-Soldaten – tausend Hisbollah-Terroristen“, schrieb der rechtsextreme Polizeiminister Itamar Ben Gvir auf der Onlineplattform X.<BR /><BR />Zudem beschrieb der rechtsradikale israelische Finanzminister Bezalel Smotrich den Angriff der Hisbollah als Test für die „Dahiyeh-Doktrin“ von Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu. Der Begriff bezeichnet eine israelische Militärdoktrin, die den Einsatz massiver Gewalt gegen zivile Infrastruktur und Zivilisten vorsieht. Dahiyeh sind die südlichen Vororte von Beirut, die als Hochburg der Hisbollah gelten. Dort leben auch viele Zivilisten.<BR /><BR />Vor einer Woche hatte Israel die Vororte als Reaktion auf Hisbollah-Raketenfeuer auf den Norden des Landes angegriffen. Daraufhin reagierte der Iran mit Raketenangriffen auf Israels Norden. Smotrich forderte von Netanyahu, „noch heute“ Gebäude in Dahiyeh zu zerstören. „Wir befinden uns in entscheidenden Tagen für die Gestaltung der Region auf viele Jahre hinaus“, schrieb er. „Wir haben den Bewohnern des Nordens Sicherheit versprochen – und dieses Versprechen müssen wir einhalten!“<h3> Beschuss im Libanon: Hilfskonvoi muss Route ändern</h3>Israels Armee und die Hisbollah-Miliz greifen sich immer wieder gegenseitig an. Am Donnerstag musste etwa ein Konvoi mit Hilfsmittellieferungen für drei christliche Dörfer im Südlibanon aufgrund von Schusswechseln seine Route ändern. Der Konvoi aus 45 Lastwagen und Fahrzeugen sollte Lebensmittelhilfen, Medikamenten und Treibstoff transportieren. Darüber berichtete die Katholische Presseagentur Kathpress am Sonntag.<BR /><BR />Betroffen von dem Vorfall war auch der Apostolische Nuntius im Libanon, Erzbischof Paolo Borgia, der den Konvoi begleitete. „Wir befinden uns in einer Kriegssituation, aber wir werden den Menschen weiterhin helfen“, bekräftigte der Nuntius gegenüber Radio Vatikan.<BR /><BR />Der mit der Hisbollah verbündete Iran will als Teil eines Rahmenabkommens mit den USA zur Beendigung des Iran-Kriegs auch eine Waffenruhe im Libanon erreichen. Israel ist jedoch strikt gegen eine solche Verbindung der beiden Fronten. Im Libanon strebt Israel eine Zerstörung der Hisbollah und eine Friedensregelung mit der Regierung an. Die Hisbollah fordert unter anderem einen vollständigen Abzug israelischer Bodentruppen aus dem Land.