Die Gespräche am Dienstag in Washington sind die fünfte Verhandlungsrunde zwischen beiden Ländern seit Beginn des Krieges zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz. Die Hisbollah ist an den Gesprächen nicht beteiligt. Sie lehnt außerdem eine von Israel und dem Libanon vereinbarte Waffenruhe ab. „Wir ermöglichen es Israel und dem Libanon, als zwei souveräne Staaten zu verhandeln“, sagte der US-Regierungsvertreter. Die beiden Nachbarländer unterhalten eigentlich keine diplomatischen Beziehungen miteinander, sie befinden sich vielmehr offiziell im Kriegszustand.<BR /><BR />Bei einem israelischen Angriff im Südlibanon trotz Waffenruhe sind nach libanesischen Angaben zwei Menschen getötet worden. Es seien die ersten Todesopfer durch israelischen Beschuss seit drei Tagen, meldeten der Zivilschutz und die staatliche Nachrichtenagentur NNA am Dienstag. Demnach eröffneten israelische Soldaten das Feuer auf eine Gruppe von Menschen nahe einem Bulldozer, der bei Straßenräumarbeiten in der Region Nabatieh al-Fawqa im Südlibanon im Einsatz gewesen sei.<BR /><BR />Das israelische Militär teilte mit, es habe „bewaffnete Terroristen angegriffen, die eine unmittelbare Bedrohung“ für Soldaten darstellten. Es war zunächst unklar, ob es sich um denselben Vorfall handelte. Er ereignete sich ungeachtet einer Waffenruhe zwischen der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz und der israelischen Armee, die seit Sonntag weitgehend gehalten hatte. Der Iran pocht darauf, dass im Rahmen des Abkommens mit den USA für ein Kriegsende Israel eine Waffenruhe im Libanon einhält.<BR /><BR />Israel wird unterdessen laut Ministerpräsident Benjamin Netanyahu unverändert an seiner selbst deklarierten „Sicherheitszone“ im Südlibanon festhalten. Das geht aus einer gemeinsamen Erklärung hervor, die Netanyahu am Dienstag nach einem Treffen mit Verteidigungsminister Israel Katz und Generalstabschef Eyal Zamir auf X veröffentlichte.<BR /><BR />Die israelischen Streitkräfte werden demnach weiter im Nachbarland operieren, um Gefahren gegen eigene Soldaten und Bürger abzuwenden. Außerdem solle die Infrastruktur der libanesischen Hisbollah-Miliz zerstört werden. Oberstes Prinzip bleibe die Sicherheit israelischer Bürger und Soldaten. Es würden dabei keine Kompromisse eingegangen.<BR /><BR />Zuvor hatten Medien berichtet, dass die Regierung der Vereinigten Staaten den militärischen Handlungsspielraum der israelischen Einheiten im Libanon begrenzen wolle. Hintergrund ist ein bilaterales Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung regionaler Konflikte, das auch den Libanon einschließt.<BR /><BR />Netayjahu hat die von der Armee errichtete „Sicherheitszone“ im Südlibanon an der Grenze zu Israel als Barriere zwischen der Hisbollah-Miliz und den Bürgern und Gemeinden im Norden des Landes bezeichnet. Die libanesische Regierung stuft das von Israel kontrollierte Areal hingegen als völkerrechtswidrig besetztes Staatsgebiet ein.<BR /><BR />Israels Militärsprecher Avichay Andraee hatte in der vergangenen Woche eine neue Karte veröffentlicht, die ein größeres Gebiet als vorher umfasst. Nach Berechnungen der libanesischen Zeitung „L'Orient Today“ vergrößerte sich das von Israel besetzte Gebiet von 600 Quadratkilometer im April auf rund 620 Quadratkilometern im Juni. Das entspricht gut sechs Prozent des libanesischen Territoriums.