Auf Brega im Osten des Landes rückten Augenzeugen zufolge regierungstreue Truppen vor, in einer Rede drohte Gaddafi später mit „tausenden Toten“, sollte das Ausland militärisch eingreifen.Libysche Truppen besetzten in dem von der Protestbewegung kontrollierten Brega für einige Stunden Ölraffinerien, sie wurden dann aber wieder vertrieben. Aufständische und Soldaten hätten sich heftige Gefechte um die Stadt geliefert, bei denen zehn Menschen getötet worden seien, hieß es von den Gaddafi-Gegnern. Am Nachmittag schoss ein Kampfflugzeug zwei Raketen auf einen Platz in Brega. „Wir werden bis zum letzten Mann und bis zur letzten Frau kämpfen“ In der nahe gelegenen Stadt Ajdabiyah flogen die Gaddafi-treuen Truppen laut Augenzeugen einen groß angelegten Luftangriff. Der Beschuss galt demnach einem Munitionsdepot am Rande der ebenfalls von Regierungsgegnern kontrollierten Stadt.Gaddafi selbst sagte in einer vom Staatsfernsehen übertragenen Rede: „Wir werden bis zum letzten Mann und bis zur letzten Frau kämpfen.“ Sollten westliche Truppen in Libyen einrücken, „müssen sie wissen, dass sie sich in eine Hölle stürzen und in ein noch schlimmeres Blutbad, als es im Irak oder in Afghanistan gegeben hat“. Zugleich bot er allen eine Amnestie an, wenn sie die Waffen niederlegten.Laut Staatsfernsehen ernannte Gaddafi einen neuen Innen- und einen neuen Justizminister, nachdem die vorigen Ressortchefs aus Protest gegen die Gewalt zurückgetreten waren. Ex-Justizminister Mustafa Abdel Jalil, der am Wochenende die Bildung einer Übergangsregierung angekündigt hatte, soll dem von der Opposition gebildeten nationalen Übergangsrat vorsitzen.Söldnersoldaten aus anderen afrikanischen Staaten? Die Aufständischen in Libyen haben unterdessen mehreren afrikanischen Staaten vorgeworfen, Machthaber Gaddafi mit Truppen zu unterstützen. Aus Niger, Mali und Kenia seien Soldaten entsandt worden, sagte ein Sprecher des oppositionellen Nationalrats am Mittwoch in der Rebellenhochburg Benghazi. Es gebe zudem Beweise dafür, dass auch die Regierung in Algerien sich daran beteilige. Zuvor sich der Rebellen-Rat für internationale Luftschläge gegen „afrikanische Söldner“ ausgesprochen. Zugleich kündigte der Rat an, dass Kämpfer der Rebellen aus Ost-Libyen sich Richtung Westen in Bewegung setzen würden, falls Gaddafi sich länger weigere zurückzutreten.Die Sorge um die Flüchtlinge wuchs unterdessen: Das UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) forderte die Staaten der Welt zur Entsendung Hunderter Flugzeuge zur Rettung von Flüchtlingen an der tunesischen Grenze auf. Das UN-Ernährungsprogramm kündigte Soforthilfen von knapp 28 Millionen Euro für die rund 2,7 Millionen von der Krise betroffenen Menschen an und schickte Schiffsladungen von Nahrung in das Grenzgebiet.apa/afp/reuters