Montag, 13. April 2020

Libyens Regierungstruppen nehmen strategisch wichtige Städte ein

Libyens international anerkannte Regierung hat nach eignen Angaben im Konflikt mit dem einflussreichen General Chalifa Haftar einen wichtigen strategischen Erfolg erzielt.

Alle internationalen diplomatischen Bemühungen, den Konflikt in Libyen zu beenden, scheiterten bislang.
Alle internationalen diplomatischen Bemühungen, den Konflikt in Libyen zu beenden, scheiterten bislang. - Foto: © APA/afp / MAHMUD TURKIA
Truppen der Regierung hätten westlich der Hauptstadt Tripolis die beiden Küstenorte Sabrata und Surman unter Kontrolle gebracht, teilte deren Sprecher Mohammed Kanunu am Montag mit. Die verbliebenen „terroristischen Milizen“ würden von dort verjagt.

Region ist strategisch wichtig

Die Region ist unter anderem strategisch wichtig, weil weiter westlich der große Öl- und Gaskomplex Mellitah liegt. Von dort wird auch Gas über eine Pipeline nach Italien exportiert. Der Fachmann der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik für Libyen, Wolfram Lacher, sprach auf Twitter von einem „großen Verlust“ für Haftar.

Der einflussreiche General hatte seinen Truppen im vergangenen Jahr eine Offensive auf Tripolis befohlen, wo die internationale anerkannte Regierung von Fajis al-Sarradsch ihren sitzt. Haftars Anhänger rückten danach bis vor die Tore der Hauptstadt vor.

Bemühungen Krieg zu beenden scheiterten

In Libyen tobt seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 ein Bürgerkrieg. Alle internationalen diplomatischen Bemühungen, den Konflikt in Libyen zu beenden, scheiterten bislang.

Eine von Deutschland im Januar organisierte internationale Libyen-Konferenz in Berlin brachte keine entscheidenden Fortschritte. Die UN beklagten, dass mehrere Staaten gegen das Waffenembargo verstoßen. UN-Generalsekretär António Guterres nannte ausdrücklich die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Ägypten, Russland und die Türkei und sprach von einem Skandal.

dpa

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